Drake - Take Care - Cover
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Drake Take Care


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 80 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Drake gelingt auf „Take Care“ ein nahezu fließender Übergang zwischen R&B und HipHop.

Gleich mit seinem Debütalbum „Thank Me Later” (06/2010) erklomm der kanadische Rapper und Schauspieler Aubrey Drake Graham (25) die begehrte Hitparadenspitze in den USA (und in seiner Heimat). Nicht schlecht für ein Erstlingswerk, das zudem auf eine Gästeliste schauen ließ, die für einen Newcomer skandalös gut besetzt war (u.a. tummelten sich auf „Thank Me Later“ Alicia Keys, Swizz Beatz, Nicki Minaj, The Dream, Young Jeezy, Jay-Z, Lil Wayne und T.I.).

Auch auf Drakes zweitem Album „Take Care“ ist eine beachtliche Gästeschar an Bord. Mit Namen wie Rick Ross, Nicki Minaj, Birdman, Lil Wayne, Andre 3000, The Weekend und allen voran Rihanna lässt sich auch 1½ Jahre nach dem Debüt auf dicke Hose machen. Dass sich so eine geballte Starpower trotzdem nicht automatisch auf die Qualität eines Albums ummünzen lässt, musste Drake schon mit „Thank Me Later“ lernen. Und siehe da, der 25-Jährige hat seine Lehren daraus gezogen und ein paar Dinge verändert: „Ich musste das Album einfach 'Take Care' nennen, weil ich tatsächlich viel bedachter an die Sache herangegangen bin“, berichtet der Kanadier. „Auch wenn die Veröffentlichungen nicht sonderlich weit auseinander liegen, hatte ich dieses Mal endlich die nötige Zeit, um wirklich jeden Aspekt so zu gestalten, wie ich es haben wollte. Ich musste mir einfach mal wieder diese Zeit nehmen, alles etwas ruhiger angehen und meine Gefühle ganz genau unter die Lupe nehmen.“

Und tatsächlich ist „Take Care“ ein Album, das geschlossener auf den Hörer wirkt und mehr als Ganzes denn als die Summe seiner Einzelteile funktioniert. So stattet Drake sein Zweitwerk durchgehend mit hypnotischen R&B-Klängen aus, die von dezenten Samples durchzogen werden („Over my dead body“, „Shot for me“, „Headlines“, „Marvins room“). Ausreißer sind diesbezüglich ausdrücklich nicht gestattet! Denn auch wenn das Tempo hin und wieder variiert wird, bleibt es grundsätzlich bedächtig und die Grundstimmung düster. Da muss sich selbst Rihanna im Titelsong stimmlich mächtig zurückhalten und der grundlegenden Atmosphäre anpassen. Lediglich Nicki Minaj darf in „Make me proud“ eine amtliche Ansage machen, während die Parts von Lil Wayne und Rick Ross als astreine Unterstützer zu gefallen wissen. Gut so!

Auch auf Beat-Basis wird auf „Take Care“ ganze Arbeit geleistet. Die Tieftöner müssen in Songs wie „We’ll be fine“, „Lord knows“ oder auch „Cameras“ mit aller Kraft zu ihrem Namen stehen und dem Konzept des Kanadiers folgeleisten. Erst ganz zum Schluss verfällt Drake in schwülstigen R&B der Janet-Jackson-Gedächtnis-Kreisklasse („Doing it wrong“, „The real her“, „Look what you’ve done“). Das hätte nicht unbedingt sein müssen. Dennoch gelingt Drake auf „Take Care“ ein nahezu fließender Übergang zwischen R&B und HipHop und ein Quantensprung im Vergleich zu seinem bräsigen Debütalbum. Respekt!

Anspieltipps:

  • Cameras
  • Take care
  • Crew love
  • Shot for me
  • We’ll be fine
  • Under ground kings

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