Megadeth - Th1rt3en - Cover
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Megadeth Th1rt3en


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 58 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
9.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Th1rt3en“ ist ein solides Album mit einigen Höhen und Tiefen, an den zupackenden Vorgänger oder an die Hochphase der Band reicht Megadeths neueste Errungenschaft allerdings nur in Nuancen heran.

Es muss nicht gleich eine umfassende, wissenschaftliche Abhandlung oder ein kurzer Blick auf Wikipedia sein, um zu wissen, dass die Zahl 13 für viele Völker oder abergläubische Menschen die Unglückszahl schlechthin ist. In Flugzeugen fehlt meistens die 13. Reihe, in Gebäuden der 13. Stock oder die Zimmernummer 13, im Sport gibt es niemanden mit der Startnummer 13 oder ein Freitag, der 13. versprüht ein schlechtes Omen und sät Unheil. Für Megadeth-Gründer, Gitarrist und Sänger Dave Mustaine ist das alles kompletter Unfug. „I started playing guitar at 13 and this is our 13th record and I was born on the 13th“ kommentiert der 50jährige den Albumtitel „Th1rt3en“. Ob das Spiel mit der Unglückszahl weitreichende positive oder negative Auswirkungen auf die Band haben wird, wird sich zeigen, denn immerhin läuft mit dieser Veröffentlichung der Vertrag mit Roadrunner aus und obwohl der Vorgänger „Endgame“ (09/2009) für viele Fans eine glorreiche Rückkehr zu den Anfangstagen war, ist sich Mustaine selbst nicht so sicher in welche Richtung (Indie, Major oder Pension) er seine Thrash-Armada führen will.

Ungeachtet dieser äußeren Umstände ist die neue Langrille der Amerikaner jedoch ein typisches Megadeth-Album geworden. Langzeitbassist Dave Ellefson ist zudem nach fast zehn Jahren wieder zurück gekehrt und gemeinsam mit Mustaine, Chris Broderick (Gitarre) und Shawn Drover (Schlagzeug, Perkussion) wird klassischer Thrash geboten, ganz so als wäre die Zeit um 1990 herum stehen geblieben. Wer allerdings die Härte des Vorgängers sucht, wird enttäuscht werden, schließlich bewegt sich „Th1rt3en“ die meiste Zeit im mittleren Tempobereich und würde es (abgesehen von den aufbegehrenden Mustaine-Solos) in „Fast lane“ keine drückende Doublebassbedienung geben oder „Sudden death“ und „Never dead“ nicht die Geschwindigkeit hoch schrauben, man könnte fast meinen Megadeth wären kurzerhand der Hardrock-Schiene verfallen. „Public enemy no. 1” oder „Black swan“ sind diesbezüglich die offensichtlichsten Vertreter und bewegen sich zwischen Wackelkandidat und Füllmaterial.

Etwas klarer wird es dafür mit „Guns, drugs & money“, das seinen packenden Beginn in einer Endlosschleife ersäuft, und wie leichtfertig kraftstrotzende Riffs der Durchschnittlichkeit geopfert werden können, darf man in „We the people“ begutachten. Es gibt aber auch Positives zu vermelden: „New world order“ ist z.B. ein einziges kratziges Biest, „Millenium of the blind“ wie „13“ eine gelungene Komposition mit balladesken Elementen und „Deadly nightshade“ mausert sich mit jedem weiteren Durchgang zum heimlichen Höhepunkt der Platte. Bei einer Diskographie vom Schlage einer Band wie Megadeth darf sich der Hörer jedoch bewusst fragen: Wo sind Songs der Marke „Head crusher“ (von „Endgame“), „Holy wars...The punishment due“ (von „Rust in peace“) oder „Symphony of destruction“ (von „Countdown to extinction“) abgeblieben? „Th1rt3en“ bleibt nichtsdestotrotz ein solides Album mit einigen Höhen und Tiefen, an den zupackenden Vorgänger oder an die Hochphase der Band reicht Megadeths neueste Errungenschaft allerdings nur in Nuancen heran.

Anspieltipps:

  • 13
  • Never Dead
  • Sudden Death
  • New World Order
  • Deadly Nightshade

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