Placenta - Replace Your Face - Cover
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Placenta Replace Your Face


  • Label: Noizgate Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer besonders auf Kontrast steht, dem könnte „Replace Your Face“ auf Anhieb gefallen.

Vor ein paar Monaten noch als Allerwelts-Deathcore-Truppe unterwegs haben Placenta nach zwei Longplayern in zwei Jahren nun mit ihrer dritten Langrille wesentlich Größeres vor. „Replace Your Face“ soll demzufolge nicht nur dem Hörer während des Hörgenusses das Gesicht pflügen, sondern vor allem die Band als solche neu erfinden. Gut, das ist etwas übertrieben, aber unaufgeregten Klargesang gab es bislang eben noch nicht im Mutterkuchenkosmos und selbst die möglichst aggressive „Auf die Fresse“-Mentalität hält sich dieses Mal in Grenzen.

Sven Berlin (Gesang), Michael Hoge (Gitarre), Daniel Martens (Gitarre), Florin Kerber (Bass) und Tobias Stein (Schlagzeug) spielen zudem mit den Erwartungen und führen den Hörer nicht nur einmal auf „Replace Your Face“ ordentlich hinters Licht. Egal ob Jazz-Drumming die Scheibe einläutet („All things runnable“), ein galoppierendes Pferdchen wiehert und unbarmherzig von einer Riffwand erschlagen wird („I ain´t no horse“) oder melancholische Streicher- und Klavierklänge das Album beenden („This is the real deal“), in punkto Abwechslung und Ideenvielfalt haben Placenta eindeutig dazu gelernt.

Nichtsdestotrotz vertrauen die Berliner in den weniger hellen Momenten weiterhin auf die bekannten Deathcore-Zutaten, lassen im hinteren Drittel der Songs Breakdowns wüten, mixen Growls mit hysterischem Geschrei und plötzlich hereinbrechenden Doublebassattacken oder rennen blindlings einfach nur stur in den nächsten Circle Pit hinein. Wäre dies noch nicht genug, um die Platte ständig zwischen bemüht oder beliebig pendeln zu lassen, fährt Sänger Sven immer wieder mit seinem allzu versöhnlichen Klargesang dazwischen und ruiniert so manch gelungenen Deathcore-Bolzen. Wer jedoch besonders auf Kontrast steht, dem könnte „Replace Your Face“ auf Anhieb gefallen. Für alle anderen gilt: Zuerst besser auf Myspace reinhören!

Anspieltipps:

  • Femme Digitale
  • I Ain´t No Horse
  • All Things Runnable

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