3 - The Ghost You Gave To Me - Cover
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3 The Ghost You Gave To Me


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Über zehn Jahre hat es gedauert bis 3 dank Metal Blade den Weg nach Europa gefunden haben und mit ihrem dritten Werk „Wake Pig“ (01/2006) die Herzen der Progressive Rock-Gemeinde im Sturm eroberten. Stücke wie „Monster“, „Dregs“, „Wake pig“, „Trust“ oder „One way town“ standen nicht nur für einzigartiges Songwriting und ein außergewöhnliches Verständnis für Melodien, sondern begeisterten vor allem durch das abseits aller Trends befindliche, authentische Feeling, das durch sie versprüht wurde. Mit den Nachfolgern „The End Is Begun“ (07/2007) und „Revisions“ (10/2009), von denen letztere Veröffentlichung vornehmlich eine Zusammenstellung von ausgewählten, bereits auf den ersten beiden Alben verwendeten Nummern war, stellten Joey Eppard (Gesang, Gitarre), Billy Riker (Gitarre), Daniel Grimsland (Bass) und Chris Gartmann (Schlagzeug) ihre Ausnahmestellung unter Beweis und erweiterten den facettenreichen Sound erneut um mehrere Nuancen, jedoch ohne an den genialen Fluss von „Wake Pig“ heranzukommen.

Der sechste Longplayer der Jungs aus Woodstock will nun an dieses meisterhafte Oeuvre anschließen und sich zumindest als ebenbürtig erweisen. Um dies zu bewerkstelligen, haben 3 ihren Klangkosmos entschlackt und gehen deutlich geradliniger ans Werk als noch vor fünf Jahren. Es dominieren zwar durchaus „Polyrhythmen, treibende Metalgitarren, melodische Gesangskunststücke, durch Täler in schwindelerregende Höhen gleitende Refrains, helle Passagen und Dunkelheit“, die stets von „Gartmanns aggressivem Schlagzeugspiel und dem akustischen/elektrischen Gitarrenduo Joey Eppard / Billy Riker in Kombination mit den pumpenden, melodischen Basslinien von Daniel Grimsland“ angetrieben werden, aber der Hörer fühlt sich längst nicht mehr so verloren wie noch zu „Wake Pig“-Zeiten, in denen eine längere Eingewöhnungsphase vonnöten war um die Platte in all ihrer Pracht genießen zu können.

2011 reicht es nämlich schon aus in normalen Rocksphären zu wildern („High times“, „Pretty“, „Afterglow“) um die spezielle Atmosphäre einer 3-Komposition zu atmen, egal ob dies als Zugeständnis einer Kommerzialisierung gedeutet werden kann oder nicht. Die wahren Leckerbissen bleiben ohnehin die etwas bockigeren Stücke, von denen es auf „The Ghost You Gave To Me“ wieder eine ganze Menge gibt. „Numbers“ und „It´s alive“ sind z.B. zwei dieser wütenden Biester, die wohl zum Härtesten gehören, was 3 je abgeliefert haben, während „Only child“ mit seinen über 7 Minuten Länge als persönliches „Stairway to heaven“ (Led Zeppelin) gewertet werden darf, „React“ einer dieser wundervoll-sanften Tracks ist, für den der Begriff „Ohrwurm“ geschaffen wurde und „The barrier“ sich als bezaubernder Abschluss unweigerlich in die Gehörgänge schmiegt.

Nach dem leicht enttäuschenden „The End Is Begun“ finden 3 zurück zu alter Stärke. Kein Song klingt wie ein Anderer und überhaupt hat es sich der Vierer mit „The Ghost You Gave To Me“ wieder extrem gemütlich in seiner Hybrid Rock-Nische gemacht. Musik zum Träumen, Erforschen oder einfach nur genießen.

Anspieltipps:

  • React
  • Numbers
  • It´s Alive
  • Only Child
  • The Barrier

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