Threat Signal - Threat Signal - Cover
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Threat Signal Threat Signal


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
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Als Threat Signal mit ihrem Debüt „Under Reprisal“ (05/2006) für ein kollektives Schleudertrauma sorgten und die darauf enthaltenen Naturgewalten „One last breath“, „Faceless“ und „Now“ nur mit Waffenschein ausgehändigt wurden, war jedem klar, dass sich Nuclear Blast einen ganz dicken Fisch an Land gezogen hat. Fünf Jahre, einen mittelmäßigen Nachfolger („Vigilance“ vom September 2009) und zwei mehr oder weniger radikale Umbesetzungen später, sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Threat Signal löschen keine Leben mehr aus, sondern kämpfen selbst ums Überleben.

Sänger Jon Howard, der vom ursprünglichen Lineup als Einziger übrig geblieben ist, leitet nun den selbstbetitelten Neuanfang, der mit Travis Montgomery (Gitarre), Chris Feener (Gitarre), Pat Kavanagh (Bass) und Alex Rudinger (Schlagzeug) besetzt wurde, und versucht seinen bislang hervorragenden Gesangspart in den drückenden Kompositionen gewinnbringend einzusetzen. Angefangen bei markigen Growls, über niemals kitschigen Klargesang und einer Mischung aus Chester Bennington-Geschrei (Linkin Park) und der berühmt-berüchtigten, aufjaulenden Eigenkreation, gibt es auf dieser Seite kaum etwas zu meckern, selbst wenn es Howard mit seinen langgezogenen Screams bisweilen etwas übertreibt.

Auf der rein instrumentalen Seite hat sich dafür einiges getan und Threat Signal klingen nicht mehr nach Abrisskommando („Under Reprisal“) oder ganz netter Allerweltsband („Vigilance“), sondern haben sich auf einen durchwachsenen Kompromiss aus Fear Factory („New world order“, Buried alive“) und Meshuggah („Comatose“, „Face the day“) geeinigt, der ein paar starke Momente hat, die meiste Zeit aber gleichgültig am Hörer vorbei zieht. Spannung ist kaum bis keine vorhanden, gelegentlich auftretende, sprunghafte Taktwechsel dienen zwar nicht nur als technischer Leckerbissen, sondern sind stets songdienlich und der eine oder andere Groove fährt direkt durch Mark und Bein, aber unterm Strich herrscht hier nicht mehr Schleudertrauma oder solide Hausmannskost, sondern allgemeines Achselzucken. Meine Herren, da wäre doch sicherlich mehr drin gewesen?!

Anspieltipps:

  • Face The Day
  • New World Order

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