My Glorious - Inside My Head Is A Scary Place - Cover
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My Glorious Inside My Head Is A Scary Place


  • Label: G-Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

My Glorious zu Recht als hoffnungsvoller Indie-Rockmusik-Nachwuchs.

Ein Brite und zwei Österreicher gehören zum Line-Up der Wiener Band My Glorious. In den USA gründeten sie ihre eigene Plattenfirma und bringen nach dem 2010er Debüt „Home Is Where The Heart Breaks“ nun ihr neues in einem kalifornischen Studio entstandenes Werk heraus.

Die bekannte Produzentin Sylvia Massy (Red Hot Chili Peppers, Tool) unterstützte den Sänger und Gitarrist Sami Goodenough und die Zwillinge Georg und Paul Sailer bei ihrer düsteren Rockmusik mit etwas progressivem Einschlag, die zwischen Eingängigkeit und eher schwerer Kost schwankt. Als Referenzen fallen einem die Foo Fighters, ein wenig Red Hot Chili Peppers oder auch Alter Bridge ein, doch My Glorious klingen sehr eigenständig und sind stilistisch schwer einzuordnen.

Die ersten Songs geben den Kritikern und Fans recht, die das Trio für eine der Indie-Rock-Hoffnungen halten, denn „Minefield“, „I love what I feel“ und „Flower“ bieten einiges: Eingängige Gitarrenriffs, eindrucksvolle Drums und es rockt gewaltig und melodiös beim Opener. „I love what I feel“ beginnt verhalten und nach dem guten Refrain, variieren My Glorious geschickt das Tempo und geben dem Hörer eine Powerballade der eindrucksvollen Art. Das vorhandene Songwritingtalent lässt sich wirklich nicht verbergen, auch wenn die anderen Tracks nicht das Niveau halten ohne schlecht zu klingen, wachsen die Songs bei jedem Hördurchgang.

Die Stimme des Sängers offenbart bei den fast schon depressiven Tracks wie „I held an gun“ oder der schwermütigen Ballade „When I call your name“ einige schräge bzw. monotone Töne, die zwar zum Textinhalt passen, doch scheinen die energischen Töne der anderen Tracks eher die eigentliche Stärke des Briten zu sein. Gekonnte Schlagzeug-und Gitarrenwände werden oft und gern aufgefahren und leicht machen es My Glorious dem Hörer nicht: Die emotionalen Momente, die vor allem die dunklen guten Texte auslösen, wechseln sich mit den abwechslungsreichen Songstrukturen, die einige Wendungen nehmen und nie langweilig klingen, ab und sind bis auf einige Ausnahmen nicht besonders eingängig und teilweise absichtlich etwas schleppend, um dann wieder musikalisch Gas zu geben ohne die Melodie und Eingängigkeit zu vernachlässigen.

Allerdings fehlt vielleicht so der richtig gute Song, der heraussticht und das auf Albumlänge durchgängige qualitativ gute Songmaterial, um mit mehr als solide bewertet zu werden. Trotzdem gelten My Glorious zu Recht als hoffnungsvoller Indie-Rockmusik-Nachwuchs, der zukünftig noch besser werden könnte.

Anspieltipps:

  • Minefield
  • I love what I feel
  • Flower
  • Pop my vein

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