Subsignal - Touchstones - Cover
Große Ansicht

Subsignal Touchstones


  • Label: Golden Core/ZYX
  • Laufzeit: 76 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Problem ist, dass spätestens nach vier Liedern kein Zuhörer mehr weiß, für wen diese Musik gemacht ist.

Post-Rock, Prog-Rock, man nenne ausgiebige Rockstücke, die Stilarten und Fünfminutenmarken wie Nüsse knacken, wie man will. Es gibt allerdings unterschiedliche Ansätze. Da wären moderne Bands wie This Will Destroy You oder aber Altmeister der Marke Porcupine Tree, die sich ewig langen Riffs in allen Regenbogenfarben, hohem Metal/Hard-Rock Gesang hingeben und das Keyboard so klingen lassen, als hätte Madonna „Like A Virgin“ gerade erst auf den Markt gebracht. Subsignal schließen sich dort an und tun den deutschen Genrevertretern damit einen zweifelhaften Gefallen. Es ist immer schön zu wissen, wie man es nicht machen sollte. Aber wer nimmt dann noch die anderen ernst?

Wer meinte, dass der Geist von Bands wie Uriah Heep ausgestorben ist, der hat sich gewaltig geschnitten. Die Mischung aus lieblichen Hymnen und heftigen Gitarrenwänden schaffen Subsignal genauso zu vereinen wie das große Vorbild Porcupine Tree. Da geht es mal sachter zur Sache in „Feeding Utopia“, das lediglich die andauernden Backgroundgesänge einbaut, wogegen „Echoes In Eternity“, welches brav und brachial zwischen hart und herzig wandelt, einer Achterbahn gleichkommt. Subsignal sind von Song zu Song bemüht, Epik in allen erdenklichen Ausmaßen zu liefern. Da wundert eine Pop-Piano-Einlage in „The Size Of Light On Earth“ schon nicht mehr, sodass die Überraschung zur Überfrachtung und so zur Norm wird.

Das Problem ist, dass spätestens nach vier Liedern kein Zuhörer mehr weiß, für wen diese Musik gemacht ist. Gerade wenn man meint Rockmusik zu hören, wird man von Pop bombardiert, der mit den Chartgrößen mithalten kann, nur um in ein Hardrock-Solo überzugehen. Der sich aber doch immer wieder rezitierende Stil schafft es nicht, auch nach dem dritten Anlauf noch zu zünden. Auch Schuld daran ist der altbackene Stil der Gruppe, welcher zu jedem Zeitpunkt die 80er seine Geburtsstätte nennt. So haben wir gleich das nächste Zitat und Tracks wie „As Dreams Are Made On“ erinnern im besten Fall an die Zeit von Queen - mit weniger Ohrwurmqualität.

Offenheit und Variantenreichtum war das Ziel von Subsignal und gewiss findet man viele Einflüsse, die auch vor Space-Rock nicht halten machen. Das Problem ist, dass die Ergebnisse sich allesamt nicht voneinander unterscheiden können. Ein fester Stil wie jener von The Mars Volta ist absolut keine Schwäche, sondern ein Weg zur Wiedererkennung. Allerdings müssen die einzelnen Songs untereinander Grenzen setzen und nicht den Anschein machen, dass man einen großen Song hört, der irgendwann zu nicht differenzierbarem Brei wird. „Touchstones“ ist ein toller Überblick über sämtliche Prog-Rock-Ansätze von vor zwanzig Jahren, verpasst es dabei aber eine eigene Identität mitzuliefern und einen Weg ins Heute zu finden.

Anspieltipps:

  • Feeding Utopia
  • Wingless
  • Touchstones

Neue Kritiken im Genre „Prog-Rock“
6.5/10

The Mission
  • 2017    
Diskutiere über „Subsignal“
comments powered by Disqus