Paley & Francis - Paley & Francis - Cover
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Paley & Francis Paley & Francis


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Reid Paley und Francis Black machen zusammen Musik? Wirklich? Den meisten sagt der Name des Blussängers Paley wohl nichts und auch beim Namen Black kratzen sich viele den Kopf und erkennen dahinter nicht sofort den Frontmann der legendären Pixies, den Begründern des Indie-Rocks. Innerhalb von zusammengerechneten fünf Werktagen haben die beiden Freunde ihr nach sich selbst benanntes Album aufgenommen und wenn sie nicht gerade Jack Whites Geist aufgesogen haben, könnte diese eigentlich schöne Kooperation in einer Spielerei verpuffen.

Zusammen mit ein paar unbekannten Virtuosen der Blues-Musik haben sich Paley und Francis ins Studio gehockt und die zusammen erdachten Songs aufgenommen. Die Ergebnisse sind dabei so verboten eingängig und einer Grundsession entsprungen, dass es schon an ein Verbrechen grenzt. Gerade will man die beiden Musiker loben, dass sie immer den ersten Take genommen haben und der Musik ihren freien Lauf gelassen haben, wenn man merkt, dass außer den Vocals nichts wechselt. Bei aller Liebe zu Black und Paley kann man nicht ausblenden, dass auf ihrem selbst betitelten Album zehn Mal derselbe Song gespielt wird. Klar ist „Curse“ mehr Country und „On The Corner“ Blues, aber das ändert nichts an einer verboten gleichbleibenden Grundstimmung des Albums.

Viele Musiker würden sich nach dem Gespür des Duos die Finger lecken, doch für ein Album herrscht zu viel Eintönigkeit. Eine Ballade (“The Last Song“) macht da nicht gleich wieder alles gut. Selbst der berüchtigte Kopfgesang Francis' („Crescent Moon“) ändert nichts an der Monotonie dieser LP. Traurig, wenn man bedenkt, wie viel Lebensfreude gerade Paley in die Songs steckt. Lange hat man ihn nicht mehr so beschwingt wie in „Deconstructed“ gehört. Es gibt so viel Lob, das man diesem Album aussprechen möchte.

Für Lieder wie eben „Deconstructed“ oder das bewegende „Praise“. Solche Stücke findet man nicht einfach an der Straßenecke. Diese Momente zeigen, dass dieses Album eigentlich so viel mehr ist, als eine Blaupause. Eigentlich. Durch die überhastete Angehensweise verschwimmen die guten Ideen leider mit einer Stimmung von der man schneller als schnell die Schnauze voll hat.

Anspieltipps:

  • Deconstructed
  • Praise
  • Curse

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