The Browning - Burn This World - Cover
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The Browning Burn This World


  • Label: Earache Records
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Verwendung elektronischer Hilfsmittel aus dem PC gehört nicht erst seit Pro Tools und David Guetta zum guten Ton der Künstler, Bands und Musiker dieser Welt, sondern war schon immer ein fester Bestandteil im Repertoire, wenn es darum ging seinen Horizont auf einfache, aber effektive Weise zu erweitern. In den schier unendlichen Weiten des extremen Metals macht nun eine Band auf sich aufmerksam, die einen Schritt weiter geht und es ganz genau wissen will: Kann die Gleichberechtigung zwischen Metal, genauer gesagt Melodic Death Metal und elektronischer Musik wie Dubstep, Techno oder Trance funktionieren? Immerhin wächst die Zahl der Metalbands, die mit DJs und Konsorten zusammenarbeiten, rasant und nicht nur Bring Me The Horizon heuerten für ihr letztes Album „There Is A Hell, Believe Me I´ve Seen It, There Is A Heaven Let´s Keep It A Secret“ (10/2010) bei Skrillex an oder In Flames allein ließen sich zu einem Song mit einer Truppe wie Pendulum hinreißen („Self vs. self“ ist auf „Immersion“ (06/2010) zu finden).

The Browning (Jonny (Gesang, Elektronik), Cravey (Gitarre), Jesse (Bass) und Noah am Schlagzeug) oder eben das Debüt „Burn This World“, das ist wie ein Dubstep-Remix einer At The Gates-Nummer, die Scooter und Dark Tranquillity in Kollaboration geschrieben haben. Es blubbert, knarzt und flirrt, die Doublebass donnert und bissige Growls erheben sich aus dem Göteborg-Soundkleid. Breakdowns können sich schon mal als waschechte Gabber-Attacke entpuppen („Not alone“) oder pumpender Hyper-Hyper-Kirmestechno die Songs einläuten („Bloodlust“, „Time will tell“). „Burn This World“ ist demzufolge alles andere als vorhersehbar und bleibt selbst nach mehreren Durchgängen eine Gratwanderung zwischen obskurem Mindfuck („Standing on the edge“, „Burn this world“, „Ashamed“) und fiependen, nervigen Billigbeats, die sich auf ein Death Metal-Konzert verirrt haben („The sadist“, „I choose you“).

Zwischendurch gibt es zur Abwechslung sogar einen Abstecher in die epische Abteilung, wo ein Plastikorchester mitsamt Chor wüten dürfen („Living dead“), normal gehaltene Kompositionen, die auch von Scar Symmetry stammen könnten („Forgotten“, „Tragedy of perfection“) und einen schlichtweg langweiligen Füller („Dominator“). The Browning bekleiden mit „Burn This World“ sicherlich keine Vorreiterrolle oder gehören einer Minderheit an, allerdings sind sie eine der ersten Bands, die ein komplettes Melodeath-Album derartig kompromisslos dem Techno/Dubstep untergeordnet und daraus einige verdammt süchtig machende Kompositionen geschaffen haben. Der hohe Anteil an Fieps- und Knarzsamples ist garantiert nicht jedermanns Sache, doch für aufgeschlossene Metaller, die einen „Best of both worlds“-Mashup haben wollen, dürfte „Burn This World“ die Offenbarung sein. Es wäre jedenfalls ein Wunder, wenn die Jungs mit ihrem Debüt nicht durch die Decke gehen.

Anspieltipps:

  • Ashamed
  • Living Dead
  • Burn This World
  • Tragedy Of Perfection
  • Standing On The Edge

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