Kate Bush - 50 Words For Snow - Cover
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Kate Bush 50 Words For Snow


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 66 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Freigeist, dem der Wunsch ein Winteralbum zu kreieren, einfach mal gegönnt sein soll.

Unkraut vergeht nicht. Kate Bush weiß auch Jahrzehnte nach dem sie mit „Wuthering Heights“ die Pop-Welt mit auf den Kopf stellte, wie man den Hörer verunsichert. Diesmal tut sie es, indem sie sich den Bewegungen der Clubs fügt und dem Minimalismus eine Chance gibt. Wie soll das möglich sein, wenn Operngesänge, Streicher, Elektronika und Schauspieler Stephen Fry auf „50 Words For Snow“ Platz finden? Die Antwort ist erschreckend einfach und lässt uns fürchten, dass dem wandelnden Ideenquell Kate Bush langsam aber sicher das Pulver ausgeht.

Bei sieben Tracks und einer Laufzeit von über einer Stunde ist schnell klar, dass es sich bei „50 Words for Snow“ zumindest nicht um ein kurzweiliges Vergnügen handeln wird. Ganz im Gegenteil lässt sich Bush in „Snowflake“ und „Lake Tahoe“ zu Beginn von einem wie gesampleten Piano begleiten, bevor klassische Elemente aller Art mit dem eigenen Gesang der Britin Eins werden. Düster, jazzig und wie der Winter langsam und behäbig scheinen die Lieder geradezu still zu stehen. Wer mit diesem Ansatz und einer für ihre Verhältnisse äußerst zurückgenommenen Kate Bush seine Probleme hat, der wird mit diese Winteralbum nicht glücklich.

Die größte Enttäuschung des Albums ist die Zusammenarbeit mit Stephen Fry. Während er 50 teils erfundene Umschreibungen für Schnee (sogar klingonisch ist dabei) aufzählt, wiederholt sich Bush unentwegt im Hintergrund und zählt mit. Die Idee hinter solch einem Song ist zwar nett, aber keinesfalls überragend. Erst recht nicht, wenn ein so gleichbleibender Song dann über acht Minuten lang ist. Neben all dem Winter-Jazz gibt es mit „Wild Man“ noch einen Schrei voller Sehnsucht nach den Zeiten, wo Synthesizer noch in den Kinderschuhen steckten. Alt-Fans wird’s freuen.

Genauso ist „Snowed In At Wheeler Street“ noch eine Erwähnung für Gastsänger Elton John wert. Auf so ein Duett haben nicht wenige Menschen gewartet, wobei es der Thematik des Albums entsprechend kalt und ruhig zugeht. Insgesamt liefert „50 Words For Snow“ nichts Neues oder Atemberaubendes und so kann Bush der Erwartungshaltung ihr gegenüber leider nicht bestehen. All ihre Experimente auf der neuen Scheibe hat man im Verlaufe der letzten Jahre besser ausgeführt schon gehört. Ungewöhnlich für einen Freigeist, dem der Wunsch ein Winteralbum zu kreieren, aber einfach mal gegönnt sein soll.

Anspieltipps:

  • Lake Tahoe
  • Snowed In At Wheeler Street
  • Misty

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