Florence + The Machine - Ceremonials - Cover
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Florence + The Machine Ceremonials


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Diese britische Sängerin und Songwriterin kann definitiv wahnsinnig gut singen und komponieren. Was will man mehr?

Wenn man das zweite Album von Florence And The Machine hört, kommen einem unweigerlich folgende Attribute in den Sinn: Gewaltig, unheimlich und bombastisch. Florence Welch möchte nach eigener Aussage gar keine Gefühle beim Hörer wecken, sondern eher das Publikum mit ihrer musikalischen Wucht im übertragenen Sinne fast erschlagen. Emotional sind diese Klang-Epen, die sie zusammen mit Paul Epworth (Adele, Bloc Party, Kate Nash), der auch beim Debüt „Lungs“ mit von der Partie war, und ihrer Band eingespielt hat, natürlich auch, wer da nicht berührt wird, macht etwas falsch.

Dabei streift die rothaarige stimmgewaltige Welch sehr vielen Genres: Sie schwelgt in treibenden Clubsounds, R&B, Pop, Electro sowie Rock und das alles in ihrer eigenen Version davon, die eindeutigen Wiedererkennungswert besitzt, denn so klingt nun wirklich niemand außer ihr. Man könnte jeden Song beschreiben und würde in Romanlänge enden, so bombastisch und vielschichtig sind die Welch'schen Klangwände, die anscheinend nur ihre Stimme durchbrechen kann. Die erste Single „Shake it out“ nahm der TV-Sender ProSieben gleich einmal als musikalischen Untermalung für die Ankündigung des eigenen kinofilmreichen Novemberprogramms und dieser Track zeigt schon, was Florence And The Machine einfach ausmacht: Nach sanften Beginn steigert sich dieses Refrainmonster zu einem gewaltigen Orgel-Epos, das aufwühlend und eingängig zugleich klingt und sofort als Ohrwurm endet.

Bei sehr wenigen Songs wie das wirklich überraschend harmlose „Breaking down“ ist man etwas enttäuscht, doch die anderen Werke machen das mehr als wett. Das clubtaugliche „Spectrum“ vereint Geigen, die einzigartige gesangliche Performance und treibende Beats zu einem interessanten Etwas. Dagegen bringt „Leave my Body“ wieder den typischen Florence-Sound aus starker Stimme, treibendem Klangteppich, einem voluminösem Backgroundchor und einer guten Melodieführung zu einem gigantischen Song, der einfach begeistert. Das sehr düstere „Seven Devils“ schafft eine bedrohliche Atmosphäre, die Florence nicht nur durch ihre Stimme und das Piano aufbaut und die einen schnell gefangen nimmt und kaum loslässt, das könnte gut als Soundtrack für einen besonders dunklen Film herhalten.

Bei ihrem Bestreben, so viel musikalische Vielfalt und Ideen wie es nur möglich ist, in einen Song oder den Longplayer zu packen, liegt Florence Welch selten falsch, es ermüdet nur auf Albumlänge etwas. Doch das ist auch gleichzeitig das faszinierende daran, weil es nie langweilt. Die Qualität ist über jeden Zweifel erhaben, diese britische Sängerin und Songwriterin kann definitiv wahnsinnig gut singen und komponieren. Was will man mehr?

Anspieltipps:

  • Only If for Night
  • Shake it out
  • No light, No light
  • Spectrum
  • Leave my body

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