Snow Patrol - Fallen Empires - Cover
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Snow Patrol Fallen Empires


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem sich Snow-Patrol-Mastermind Gary Lightbody eine kleine Pause von seiner Band gönnte und in dieser Zeit das Nebenprojekt Tired Pony an den Start brachte, melden sich Snow Patrol fast genau drei Jahre nach dem in u.a. Berlin produzierten „A Hundred Million Suns“ (10/2008) mit ihrem sechsten, hauptsächlich an verschiedenen Orten in den USA entstandenen Studioalbum „Fallen Empires“ auf der Bildfläche zurück.

Als Mann an den Reglern wurde wiederum Jacknife Lee (Kasabian, Bloc Party, R.E.M., U2, Editors, Regina Spektor) verpflichtet, der auch schon die vorherigen Snow-Patrol-Werke betreute. Somit ist im Prinzip schon im Vorfeld klar, dass Snow Patrol auch auf „Fallen Empires“ nicht auf Experimente setzen, sondern ihren erfolgsverwöhnten Weg zielgerichtet fortsetzen wollen. Und so kommt es dann auch.

Die nordirische Band liefert mit ihrem neuesten Werk ein erwachsenes Popalbum ab, dem unterm Strich zwar die ganz großen Melodien für die Ewigkeit fehlen, mit denen sich die vorangegangenen Longplayer auszeichneten, doch das macht die Band mit einer geschlossenen Leistung wieder wett. So überrascht der Opener „I’ll never let go“ als eine Art kleiner Bruder von U2s „Achtung Baby“-Album-Opener „Zoo station“, indem sich der Song an den Bass- und Gitarrenspuren des sperrigen U2-Tracks orientiert. Dazu kommt, dass die amerikanische Kollegin Lissie als gesangliche Unterstützung zu hören ist. Ein Schauspiel, das sich noch bei drei weiteren Stücken wiederholen soll und einen schönen Kontrast zu Gary Lightbody dominant-markanter Stimme darstellt.

In eine ganz andere Kerbe schlägt dagegen die mit tanzbaren Beats ausgestattete erste Singleauskopplung „Called out in the dark“, die gewiss einen netten Farbtupfer im Mainstreamradioprogramm abgibt. Auch „This isn’t everything you are“ ist ein potenzieller Singlekandidat, deckt allerdings mehr den Bereich Stadionhymne ab. Fehlt eigentlich nur noch eine der für Snow Patrol typischen Balladen, um den Reigen auf „Fallen Empires“ rund zu machen. Und warum den Hörer lange warten lassen? Titel wie „The garden rules“ und „Lifening“ sind pathetische Stücke aus der Abteilung „Was Coldplay können, können wir schon lange!“, sprich BritPop für die Massen. Damit hätten wir das auch.

Mit „Berlin“ und „New York“ haben Sony Patrol gleich zwei Oden an große Städte dieses Planeten auf ihrem neuen Album versammelt. Doch während „Berlin“ als kleines instrumentales Kleinod auskommen muss, erweist sich „New York“ als der emotional-dramatische Höhepunkt von „Fallen Empires“, der im weiteren Verlauf nicht mehr getoppt werden kann, auch wenn mit „In the end“ noch ein knackiger Popsong und mit „Broken bottles from a star (Prelude)“ eine Breitwandhymne folgen. Sie runden kein sensationelles, aber dafür recht gediegenes Werk für den erwachsenen Hörer ab.

Anspieltipps:

  • New York
  • In the end
  • I’ll never let you go
  • This isn’t everything you are
  • Broken bottles from a star (Prelude)
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