Stretch - Unfinished Business - Cover
Große Ansicht

Stretch Unfinished Business


  • Label: Neo/Sony Music
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Unwissende mögen unken, dass die beiden Herren auf dem Cover des Albums es nicht mehr allzu lange machen. Weißes oder gar kein Haar und die Augen hinter Ozzy-Gläsern versteckt. Nun, zu den jungen Hüpfern kann man Stretch aus England bestimmt nicht mehr zählen. Dass totgeglaubte in den letzten Jahren immer länger leben, ist besonders durch Neil Diamond oder auch Iggy Pop wieder präsenter geworden. Diamond hat sich inzwischen Balladen verschrieben, die eine Schlagzahl eines Leonard Cohen]-Songs nicht mehr übersteigen und Iggy Pops Körper ist seit Dekaden in fragilem Zustand. Wie aber steht es um eine komplette Band, die das Alter von Iggys „Stooges“ erreicht hat und eine Mischung aus Blues- und Funk-Rock daher zaubern wollen.

Was soll man sagen? Die reifen Herren wissen immer noch, wie sich ihr Rock anzuhören hat. Wer auf zeitgemäßen Rock für die Charts hofft, der hat Band, Cover und alles drumherum missverstanden. Wer aber Rock der guten Schule sucht, der wird hier nach Akustik-Intro-Part mit einem Rundum-Sorglos-Paket verwöhnt. Ob man nun aufs Parkett möchte und Rock mit Funk-Einschüben herbeisehnt („Why Did You Do It“ oder „I've Got My Mojo Working“) oder geradlinige Gitarrennummern („Flames“, „Hoochie Coochie Man“): Stretch bieten nicht nur ein solides Programm, das zeigen soll, dass man auch im höheren Semester noch die Saiten zupfen kann.

Ältere Bands haben die Angewohnheit ein festes Programm herunterzuspielen, welches frei von Überraschungen das Schema F abliefert. Stretch machen es sich da nicht ganz so einfach und versuchen in ihren Liedern unterschiedlich und nicht allzu routiniert und eingerostet zu klingen. Natürlich klingt ein Solo auch mal sehr abgeklärt („Live The Life I Love“), aber insgesamt macht das Album nicht den Eindruck als sei es in Isolation entstanden. Stretch zeigen sich konkurrenzfähig und müssen sich nicht vor AC/DC verstecken, die auf ihrem letzten Album keinen Deut lautstärker waren. Hier wird bis zum letzten Loch durch gerockt und bestimmt nicht aus dem letzten Loch gepfiffen. „Unfinished Business“ ist ein passender Titel für das erste Album seit Ewigkeiten von einer Band, die ohrenscheinlich noch nicht genug hat. Classic-Rock-Fans und Alteingesessene wird’s auf jeden Fall freuen.

Anspieltipps:

  • Why Did You Do It
  • I Need Your Love So Bad
  • Hoochie Coochie Man

Neue Kritiken im Genre „Rock“
6.5/10

Mental Jewelry (25th Anniversary Edition)
  • 2017    
Diskutiere über „Stretch“
comments powered by Disqus