Pet Shop Boys - Actually - Cover
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Pet Shop Boys Actually


  • Label: Parlophone/EMI
  • Laufzeit: 48 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das zweite Album der Pet Shop Boys erschien 1987, bereits ein Jahr nach dem hochgelobten Debütalbum „Please“, das gleich vier, vor allem in Europa sehr erfolgreiche Hit-Singles abwarf. Ein Titel stach dabei besonders hervor: Der lupenreine Pop-Song „West End Girls“ entwickelte sich zu einem weltweiten Nummer-Eins-Hit und verschaffte dem britischen Duo den Durchbruch. Mit „Please“ markierten die Pet Shop Boys bereits ihr Pop-Revier. Ihre Spezialität: Ohrwurm-kompatible Refrains, tiefgründige und gesellschaftskritische Lyrics sowie die sanfte Stimme von Neil Tennant, die sich harmonisch über die von Chris Lowe programmierten Beats und elektronischen Klänge ausbreitet. Mit diesem Erfolgsrezept konnte sich „Please“ sowohl in den US-amerikanischen als auch den britischen Album-Charts in den Top Ten platzieren. Die Erwartungen an den Nachfolger „Actually“ waren dementsprechend hoch, der Erfolgsdruck immens. Die Pet Shop Boys ließ dies alles kalt, sie ließen die Musik für sich sprechen und kreierten quasi nebenbei einen Meilenstein der Popmusik. „Actually“ zählt heute zu den führenden Werken der Populärmusik der 1980er-Jahre.

„Actually“ legt gleich ein gehöriges Tempo vor, der Opener „One More Chance“ ist ein fetziger Pop-Schunkler und erweist sich mit seiner positiven Grundstimmung und locker-leichten Atmosphäre als idealer Eröffner für ein gleichermaßen tanzbares wie nachdenkliches, ruhiges Album. „What have I done to deserve this“ zählt auch heute noch zu den populärsten Songs des Duos und erreichte weltweit die obersten Plätze der Single-Charts. Unterstützt wurden die Elektro-Tüftler hier von der Soulsängerin Dusty Springfield („Son of the preacher man“), die - nach Jahrzehnten der künstlerischen Durststrecke - durch diesen Song wieder in die Erfolgsspur zurückfand. Neben „One more chance“ erweisen sich das hypnotische „Heart“ (die vierte und letzte Singleauskopplung) und der tadellose Dance-Pop von „Hit Music“ als die stärksten der tanzbaren Momente auf „Actually“. Mit „Rent“ stellen Tennant und Lowe zudem ihr Gespür für geschmeidige, verträumte Mid-Tempo-Nummern unter Beweis. „It’s a sin“ mit seinen äußerst präzise getimten Stimmungs- und Tempowechsel kennt der geneigte Pophörer so gut, dass er den Eindruck hat, der Titel läuft auch nach fast 25 Jahren immer noch in Dauerrotation auf den einschlägigen Mainstream-Popsendern.

Doch die eigentliche Stärke von „Actually“ liegt in den melancholischen, stillen und balladesken Tönen. „King’s Cross“ ist ein schwermütiger Titel, der eindrucksvoll das Händchen der Pet Shop Boys für eindringliche, intensive Balladen unter Beweis stellt. „You leave home, and you don't go back“ singt Tennant hier und genauso verloren kommt sich der Hörer ob der entwaffnenden Atmosphäre des Songs vor. Ein weiteres Highlight ist das bedrückende „It couldn’t happen here“, dessen Text sich mit der damals aktuellen AIDS-Hysterie befasst („It contradicts your battle-scars. Still healed, so far“) und den man heute als erste Anspielung auf die sexuelle Orientierung von Tennant und Lowe verstehen muss („Yesterday, remember how clear it seemed. In six inch heels, quoting magazines“).

Mit ihrem zweiten Album legten die Pet Shop Boys bereits ihr Opus Magnum vor. „Actually“ bietet Pop in seiner reinsten Form und zeigt Tennant und Lowe auf der Höhe der damaligen (Pop-)Zeit.

Anspieltipps:

  • What Have I Done To Deserve This
  • Hit Music
  • It Couldn't Happen Here
  • King's Cross

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