Der Polar - Herz+Blut - Cover
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Der Polar Herz+Blut


  • Label: Ferryhouse/WEA
  • Laufzeit: 76 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Polar hat mit Cosma Shiva Hagen und Regina Halmich zwei prominente Frauen auf seiner Seite, um sein Debüt „Herz + Blut“ promoten zu können. Für die Außendarstellung sind solch namhafte Gäste natürlich ein Anstoß für Hörer, diesen Neuling genauer unter die Lupe zu nehmen. Textlich lohnt sich das, dass merkt man schon mit bei den Vorabstücken „Egoshooter“ und „Weggewischt“. Der Polar versucht mit moderner Sprache Geschichten aus dem Alltag zu erzählen und punktet auf erzählerischer Linie mit spitzer, aber auch treffender und sowieso meist romantischer Zunge.

Was kann da eigentlich noch schief gehen? Moderner, romantischer Pop für die Chill-Out-Lounge und Liebhaber der Sprache ist schließlich ein mehr als angenehmes Angebot. Gibt es vielleicht einen Haken bei der Sache? Oh ja, und wie es den gibt! 76 Minuten Spielzeit machen deutlich, wie viele Geschichten der deutsche Nachwuchskünstler zu erzählen hat, nur leider scheint ihm nicht genug Musik eingefallen zu sein. Ohne Unterstellungen vorantreiben zu wollen, scheint die gewollte minimalistische Musik schnell der Anker für die fehlende Inspiration gewesen zu sein. Die Musik vom gleich vierfach vertretenen „Ich Bin Bei Dir“ führt uns nirgendwo hin und auch wenn Der Polar eine Stimme hat, die wie ein sanft klingender Udo Lindenberg anmutet, schafft sein Stimmorgan es nicht, die Lieder im Alleingang zu stemmen.

Leider scheint auch Der Polar ein Musiker zu sein, bei dem alles mit einer Idee für ein Lied oder eine Melodie begann, denn anders ist die fehlende Abwechslung trotz der wirklich guten Texte nicht zu erklären. Dass die junge Hagen und auch Frau Halmich gerne zu diesen Texten träumen kann man gut verstehen. Willkommen in der ersten Liga der deutschen Songtexter!

Allein die Musik verliert viel zu schnell ihre Spannung und spätestens die Reprise von „Ich Bin Bei Dir“ zum Abschluss des Albums verdeutlichen dem Hörer, dass „Wir Sind Helden“, „Urlaub In Den Großen Metropolen“ oder „Antikind“ schon alle sehr ähnlich klangen. Wäre „Herz + Blut“ kein Pop-Album, sondern eine liedhafte Gedichtsammlung, dann hätte man hier einen Geheimtipp für die deutsche Grammophon. Für die Charts und das zu unterhaltende Ohr wird hier musikalisch aber schlichtweg zu wenig geboten.

Anspieltipps:

  • Weggewischt
  • Der Fährmann
  • Ich Bin Bei Dir

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