Girls - Father, Son, Holy Ghost - Cover
Große Ansicht

Girls Father, Son, Holy Ghost


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 54 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Girls aus San Francisco sind Christopher Owens und Chet White, die vor zwei Jahren mit dem beachtlichen und durchaus sinnvoll betitelten Debüt „Album“ aus dem Stand einiges an Bekanntheit gewannen. Dabei fiel ihr authentischer Sixties-Sound auf und auch die Noise Pop-Elemente trafen den Zeitgeist. Wie so oft bei Acts, die aus dem Nichts in die jubelnde Öffentlichkeit treten, ist die Spannung omnipräsent, wie sich die Musiker im Verlauf der Karriere schlagen. Anno 2011 haben Girls nach der „Broken Dreams Club EP“ ihren zweiten, regulären Longplayer „Father, Son, Holy Ghost“ im Gepäck und immer noch die glückselige Vision von Sixties-Pop, der sich durch die naturbelassene Produktion so warm und trotzdem reibungsintensiv anfühlt, im Herzen.

Den Schalk tragen die Amerikaner unverkennbar im Nacken, wenn sie das zentrale, zwischen lieblicher Ode an die Sehnsucht und wuchtigem Garage-Rock pendelnde „Vomit“ unter diesem Titel mit der Suche nach Liebe verknüpfen. Teils ausufernde Orgel-Sounds und filigrane Gitarren, die souligen Backing Vocals gegenüberstehen, gehen Hand in Hand mit düsterer Angriffslustigkeit und bilden einen gelungenen Kontrast zum vorherrschenden, sonnigen Sixties-Pop a la „Honey Bunny“, die Steel-Gitarre samt tanzbarem Melodien-Überschwang als Mittelpunkt. Auch „Alex“ ist ähnlich süßlich, dabei aber angenehm bodenständig. „Die“ setzt sich mit gradlinigem Wüsten-Rock kernig ab, ehe sich „Saying I Love You“ vor den Größen der Sechziger verbeugt, harmonie-sicher und wie für den Engtanz geschrieben.

Auf ganzer Länge geht dieses Rezept von Girls und ihrem wandlungsreichen Pop/Folk/Rock aus vergangenen Jahrzehnten dann allerdings doch nicht auf. Zu konzentriert scheinen sie diese Brüche einsetzen zu wollen, so dass der Songfluss darunter leidet und eine konsequentere Linie wünschenswert gewesen wäre. Dennoch zündet „Father, Son, Holy Ghost“ immer noch weit über dem Durchschnitt und Girls beweisen erneut, wie sie so verschiedene Spielarten wie Sixties-Pop, Garage-Rock und Folk beherrschen.

Anspieltipps:

  • Honey Bunny
  • Die
  • Vomit
  • Just A Song

Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
8/10

Sweet Sweet Silent
  • 2017    
6.5/10

Halb Oder Gar Nicht
  • 2017    
Diskutiere über „Girls“
comments powered by Disqus