Lutz Krajenski Big Band Meets Juliano Rossi - Lutz Krajenski Big Band Meets Juliano Rossi - Cover
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Lutz Krajenski Big Band Meets Juliano Rossi Lutz Krajenski Big Band Meets Juliano Rossi


  • Label: Peppermint/EDEL
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Robbie Williams („Swing When You´re Winning“) ist wohl der international bekannteste Vertreter des modernen Entertainers. Wenn der 37jährige auf der Bühne steht und zwei Stunden lang eine Show der Superlative aus dem Boden stampft, lässt er nicht nur Frauenherzen höher schlagen. Mit Roger Cicero befindet sich auch in deutschen Reihen eine veritable Nachfolge zu Legenden wie Frank Sinatra, Dean Martin oder Sammy Davis Jr., doch all diese Allroundtalente hätten nicht ansatzweise dieselbe Strahlkraft ohne das richtige Orchester oder eine befreit aufspielende Big Band. Lutz Krajenski, der bereits mit Tom Jones, Roachford, Udo Jürgens, Randy Crawford, Jasmin Tabatabai, Mousse T. oder eben Roger Cicero zusammen gearbeitet hat, legt großen Wert auf diese fruchtvolle Symbiose und möchte die Beziehung Sänger/Band mit seinem neuen Album auf die nächste Stufe hieven.

Als unterstützende Kraft hinter dem Mikrophon hat er sich dafür Juliano Rossi alias Oliver Perau geholt, mit dem ihn eine gemeinsame Vergangenheit bei der Rockband Terry Hoax verbindet. Ganz klassisch wird die Band musikalisch angekündigt und vorgestellt („Hello, hello“) und anschließend John Denvers Klassiker „Leaving on a jet plane“ angestimmt, was in weiterer Folge zu einem bunt gemischten Potpourri aus 60 Jahren Musikgeschichte mit Neueinspielungen und eigens geschriebenen Beiträgen führt. Rossi macht dabei stets eine gute Figur, der augenzwinkernde Spitzbubencharme, der in Songs wie „Spinning wheel“ (im Original von Blood, Sweat & Tears) oder „I want my money back“ für zusätzlichen Unterhaltungsfaktor sorgen soll, begeistert, ähnlich der stürmischen Eigenkomposition „That´s the last I would do“ mit unangebracht-hektischer Darbietung, jedoch nur mäßig.

Einen wahren Ohrenschmaus bescheren uns Krajenskis Big Band und Rossi hingegen bei der Breitwandnummer „Oh fate“, die jeden Anhänger zart schmelzender Jazzballaden gefallen dürfte, und den eindringlich präsentierten Nummern „On the street where you live“ und „Ride like the wind“, welche sich zu den schillernden Höhepunkten der Platte zählen dürfen. Der Rest fällt im direkten Vergleich allerdings stark ab und pendelt sich zwischen gediegener Abendunterhaltung („This guy´s in love with you“, „That old black magic“, „I´ve grown accustomed to her face“) und gefälligen Evergreens („Shake, shake, shake“, „Up, up and away“, „The rain in spain“) ein, die weder besonders beeindrucken noch missfallen. Der gemeine Jazz/Swing-Hörer wird mit der Lutz Krajenski Big Band und Juliano Rossi exzellent bedient, während sich der anspruchsvolle Connaisseur vermutlich nach kurzer Zeit wieder anderen Dingen widmet. Zu welcher Gruppe man sich zählt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Anspieltipps:

  • Oh Fate
  • Ride Like The Wind
  • Leaving On A Jet Plane
  • On The Street Where You Live

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