Kid Dakota - Listen To The Crows As They Take Flight - Cover
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Kid Dakota Listen To The Crows As They Take Flight


  • Label: Devilduck/INDIGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Artwork für „Listen To The Crows As They Take Flight“ hat wie schon auf dem Vorgänger „A Winner’s Shadow“ wieder William Schaff (Okkervil River, Songs: Ohia, Goddspeed You Black Emporer) übernommen, ein Diorama, das wieder ganz vorzüglich die Kompositionen von Kid Dakota unterstreicht. Der Unterschied zu „A Winner’s Shadow lässt sich zunächst am fehlenden Schlagzeug spielenden Partner Ian Prince festmachen, der auf dem vergangenen Album für den unheimliche Druckwellen erzeugenden Rhythmus zuständig war. Auf dem vorliegenden Werk hat Peter Leggett die Trommelstöcke in der Hand und bringt damit verschleppte und verhaltene Rhythmen hervor. Chef im Ring ist und bleibt der Keyboard und Gitarren spielende Darren Jackson, der naturgemäß auch für Gesang, Musik und Text verantwortlich war.

Ein weiterer Unterschied zum 2008 erschienen Vorgänger sind die Lebensumstände Jacksons, die mit Trennung, Verlust, Sinnsuche und Neuanfang einhergingen und er von Minnesota in seine Heimat South Dakota zurückkehrte. Äußere und innere Umstände, die sich in den neun Songs („Plotting The Trajectories“ ist ein instrumentales Zwischenspiel) eindrucksvoll wiederspiegeln.

Kid Dakota hat für „Listen To The Crows As They Take Flight“ langsam bis im mittleren Tempobereich spielende Songs komponiert, die nach und nach unter die Haut gehen. Dabei entfaltet Darren Jacksons Stimme gerade auf diesen entschleunigten Songs ihre volle Wirkung. Warm, sonor und zärtlich singt er seine nachdenklich-melancholischen Texte. Auf „The Winter Without You“ vernimmt man eine gewisse Müdigkeit in seiner Stimme, die dem Inhalt des Songs jedoch gerecht wird. Dennoch bringt Jacksons Gesang immer wieder etwas Versöhnliches, manchmal gar Beruhigendes mit sich, so dass dem Zuhörer der Funken Hoffnung, den die Songs zweifellos bergen, nicht entgehen kann. Dafür sorgen auch Keyboards und Stromgitarren, die sich gegenseitig umschmeicheln („Dawn Did Us Part“, „Torn In Two“) oder sanfte melodische Figuren zeichnen („Dreaming Of The City“, „Extra Ordinary“). Auf „Phantom Pain“ und „The Winter Without You“ setzt das in Moll schwingende Cello Kontraste und für die Melodieseligkeit im Chorus sorgen im Wechsel die Harmoniestimmen von Haley Bonar, Eliza Blue und Andrew Broder.

Kid Dakotas neues Album kriecht unter die Haut, stimmt sowohl melancholisch als auch nachdenklich und birgt dennoch eine unaufdringliche, lebensbejahende Stimmung. Der Schmerz wird auf Wolken gebettet und ein blauer Himmel stützt die von Pfeilen durchstochene Krähe. Lauschen sie nicht nur den Krähen, hören sie Darren Jackson aka Kid Dakota aufmerksam zu und lassen sie sich treiben mit den Wolken, die von Minneapolis über South Dakota in unseren dunklen deutschen Herbst ziehen.

Anspieltipps:

  • Dawn Did Us Part
  • Phantom Pain
  • Dreaming Of The City
  • The Winter Without You

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