Hanni El Khatib - Will The Guns Come Out - Cover
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Hanni El Khatib Will The Guns Come Out


  • Label: Innovative Leisure/ALIVE
  • Laufzeit: 32 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine wilde und furiose Spielart des Garagenrock.

Mit den One-Man-Bands ist es so eine Sache. In den Fußgängerzonen zwischen Karstadt und Eisdiele auf die Schnelle bewundert, beklatscht und als Musik machende Clowns belächelt, sind sie genauso schnell wieder vergessen. Die Einen bestreiten so ihren kargen Lebensunterhalt, die Anderen erhalten einen Plattenvertrag bei kleinen Labels. Dabei ist der Unterschied oftmals ein geringer und der Sprung vom einen zum anderen Lager gar nicht mal ein allzu großer. Jenen Sprung von der Fußgängerzone zum Label hat letztens Lewis Floyd Henry genommen, andere Beispiele gibt es zuhauf.

Ob Hanni El Khatib diesen Weg gegangen ist, ist nicht überliefert. Der Mann, dessen Namen eher Weltmusik denn Garagen-Rock suggeriert, ist der Sohn palästinensischer und philippinischer Einwanderer. Er wuchs in San Francisco mit Skateboard, Punk Rock und Musik der 1950er und 1960er (Doo Wop, Soul, Garage Rock, Blues und early R&B) auf. Zu seinen Einflüssen zählen z.B. Johnny Burnette, The Cramps, Sam Cooke und The Animals.

Der Opener „Will the Guns Come Out“ ist noch zurück genommenes Spiel mit Glöckchen, Effekten und verfremdeter Stimme. „Build, Destroy, Rebuild“ hält was der Titel verspricht und springt dir wie eine wild gewordene Raubkatze mitten ins Gesicht. „Fuck It, You Win“ steht dem in nichts nach, Hanni El Khatib dehnt Stimmbänder und Saiten der Stromgitarre und lässt das Drumkit scheppern und krachen. Der Mann zieht aber auch die Register der ruhigen Seite des Garage Rock und spielt auf der Akustischen ein gespenstisch wiegendes „Heartbreak Hotel“ mit tuckernden Banjotakten und geheimnisvollen Huuhuuuhuu-Chören.

Die Folk-Seite der Garage wird auf „Wait Wait Wait“ oder mit Gospel und Fuzzgitarren auf „Garbage City“ hervor gekehrt oder er lässt Popelemente der 1960er durch die Hintertür wie auf „Dead Wrong“. Auch den Blues-Rock weiß er auf „Come Alive“ sowohl elektrisch als auch akustisch in Einklang zu bringen oder er stampft ihn alleine mit der E-Gitarre auf „Loved One“ in Grund und Boden. „You Rascal You“ und „I Got A Thing“ verweisen wieder auf den Anfang, die wilde und furiose Spielart des Garagenrock.

Was beim ersten Hördurchlauf noch einen disparaten Eindruck hinterlässt, nimmt spätestens beim dritten Form und Kontur an. Ein ums andere Mal fühlt man sich an die frühen The Black Keys oder die Anfangsphase der The White Stripes erinnert. Nichtsdestotrotz ragt Hanni El Khatib gerade durch sein eigenwilliges Spiel und eine beeindruckende Stimme aus dem Gros der One Man Bands heraus. Der wird seinen Weg gehen!

Anspieltipps:

  • Build Destroy Rebuild
  • Fuck It, You Win
  • Loved One
  • Wait Wait Wait

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