Cass McCombs - Humor Risk - Cover
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Cass McCombs Humor Risk


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Sicher ist McCombs ein unterbewerteter Musiker, aber er versucht mit seiner Musik auch nicht wirklich jemandem etwas zu beweisen.

Wer kennt Cass McCombs? Was sich nach einem Gesellschaftsspiel für die ganze Familie anhört, ist in Wirklichkeit der Name eines amerikanischen „Dauermusikers“. Wer innerhalb eines Kalenderjahres zwei Alben herausbringt, darf sich so ein erfundenes Wort ruhig als Titel anhängen lassen. Klingt doch gar nicht so übel, oder? Getreu dem Albumtitel wird McCombs es mit Humor nehmen und konzentriert sich mehr darauf, seinen unaufgeregten Stil weiter an die Masse bringen zu wollen.

Ohne Vorwarnung und wie aus dem Nichts startet das Lied mit einer eingängigen Bassline, die den gesamten Opener „Love Thine Enemy“ trägt. Eine einfache Melodie, plus nettem Text, bildet so die Grundlage für das komplette Album. Cass McCombs lebt für eingängige, leichte Tracks, die nicht viel Mühe bedürfen, um im Ohr des Hörers zu landen. Das geht gerade bei langsamen Nummern auch daneben, wenn das Tempo so sehr verschleppt wird, dass man jeden Moment meint, der Song sei zu Ende („The Living Word“ oder „To Every Man His Chimera“). Hier bewegt sich der Amerikaner gefährlich nah an der Grenze zum Einschläfernden. Gleichzeitig rettet seine weiche Stimme diese Lieder aber auch und machen die Leider für eine zumindest solide Auswahl für ausgewählte ruhige Momente.

Sorgen muss man sich nur um McCombs, wenn er versucht mehrere Ideen in einen Song zu packen. Das Ende von „The Same Thing“ treibt den Hörer mit einem wiederkehrenden Riff in höchsten Italo-Schlager-Tönen zum Wahnsinn. Insgesamt überwiegen aber die gediegenen Momente auf dem gerade mal acht Titel umfassenden Album. Der einzige Moment, um den rockigen Anklängen des Albums eine Chance zu geben, wird mit „Mystery Mail“ verschenkt. Der beste Riff des Albums wird auf acht Minuten ausgedehnt, bis man dieselben Akkorde nicht mehr hören kann. Wenn Cass nicht so eine weiche Klarheit in seine Texte und seine Lieder stecken könnte, würde man dieses Album als eine Skizze abtun, wie es „Mariah (Sketch)“ zum Abschluss ist. Sicher ist McCombs ein unterbewerteter Musiker, aber er versucht mit seiner Musik auch nicht wirklich jemandem etwas zu beweisen.

Anspieltipps:

  • Love Thine Enemy
  • Robin Egg Blue
  • The Living World

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