Das Pop - The Game - Cover
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Das Pop The Game


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Da schlag mir doch einer die Zähne aus! Der wohl interessanteste Pop-Import des Monats September kommt nicht aus England, Skandinavien oder Frankreich. Gerade erst haben dEUS noch daran erinnert, dass Belgien auch in Sachen Musik eine Daseinsberechtigung hat und nicht allein für Schokolade und Weltpolitik steht. Zwei Wochen nach dem äußerst gelungenen „Keep You Close“ der Altmeister melden sich Das Pop mit ihrem vierten Album „The Game“ unbekannter und ambitionierter denn je ebenfalls zurück.

„The Game“ beginnt wie ein Paukenschlag und lässt Kritikern moderner Popmusik keine Chance. Unkonventionell mit einem Hauch Retrospektive auf die letzten 30 Jahre Pop sind Das Pop so erfrischend, wie zuletzt Junior Senior aus Dänemark, die ihren 70er-Stil eiskalt durchzogen. Der Titeltrack und „Skip the Rope“ sind wenn überhaupt mit Mika vergleichbar, so verspielt klingen hier zum Auftakt Piano, Akustikgitarre, rotziger Brit-Gesang und auch kühle Elektronik, die zum Beispiel den Titeltrack „The Game“ antreibt. Unverschämte Backing Vocals geben einem dieses 80er-Gefühl, welches sich mit kleinen Ausreißern, wie geklimperten Noten oder eingeworfenem Gesang und Beats mischen, um ein Gefühl von Freiheit zu erzeugen, das uns in der heute so komprimierten Popmusik ein Stück Freiheit bringt.

„Skip The Rope“ ist ein geniales Gegenstück, das neben kräftigen Drums auf solche Spielereien verzichtet und den organischen Sound der Band unterstreicht. In „Dirty Flowers“ wird es dann mit dem lieblicheren Sound fast schon zu viel, aber die Kurve zu ihrem klar britisch inspirierten Sound finden sie spätestens mit dem klassisch tanzbarem „Fair Weather Friends“ wieder. Die Blümchentapete aus den vergangenen Jahrzehnten bekommt man spätestens zu diesem Zeitpunkt nicht einmal mehr mit Lösungen ab. Wer das auch gar nicht will, wird zu den Melodien von Das Pop aber auch weitestgehend ausflippen.

Mit der zweiten Hälfte des Albums überkommt den Hörer allerdings das Gefühl, dass der Repeat-Button bereits seinen Dienst getan hat und das Album erneut von vorn beginnt. Das flippige Piano, die kräftigen Drums und die 80er-Patallelen in Gesang und Synthesizer. Da grüßt das Murmeltier freundlich und lässt den ordentlich guten Eindruck schnell zerfahren. Hinzu kommt, dass die zweite Hälfte tatsächlich nachlässt und „A Kiss Is Not A Crime“ und besonders „I Me Mine“ in Bedeutungslosigkeit und Orientierungslosigkeit. So plätschert das Album eher vor sich hin und verliert den Schwung des Anfangs, was ein solides Popgerüst voller Glanz, aber auch voller schwammiger Stellen hinterlässt.

Anspieltipps:

  • The Game
  • Skip the Rope
  • Wronging The Right

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