Emmy  The Great - Virtue - Cover
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Emmy The Great Virtue


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Emmy The Great, die mit bürgerlichem Namen Emma-Lee Moss heißt, beschallt mit „Virtue“ nun schon zum zweiten Mal nach dem 2009er Debüt „First Love“ von London aus die Singer/Songwriter-Anti-Folk-Gemeinde dieser Welt. Das Ergebnis sind zehn Stücke, die zwischen „etwas zahm“, manchmal „zu langweilig“, aber auch „ziemlich schön“ pendeln.

Emmy The Great macht ihre Sache auch dieses Mal im Prinzip nicht schlecht. Es ist jedoch leider ein bisschen so, als würde man etwa mit einem Fahrrad einen Berg hoch fahren. Mit Elan und Motivation wird die Steigung in Angriff genommen und bewältigt den Aufstieg recht gut, verliert allerdings auf den letzten Metern an Kraft und schafft es dann doch nicht ganz bis zum Gipfel und kann so die erhoffte Aussicht leider nicht vollends genießen, auch wenn die Fahrt bis dahin ganz nett war. Bezeichnend dafür ist der Opener „Dinosaur Sex“. Das Stück fängt vielversprechend an, doch ganze 5:42 Minuten wartet man vergeblich auf den Höhepunkt, der sich dann leider nicht einstellen mag.

Es folgt „A Woman, A Woman, A Century Of Sleep“ und auch hier denkt man, dass es jetzt ans Eingemachte geht. Besser, aber da geht doch hoffentlich noch mehr. Oder doch nicht? Stücke wie „Paper Forest (In The Afterglow Of Rapture)“ oder „Cassandra“ sind lupenreiner Folk-Pop, der nichts falsch macht, aber auch wenig riskiert. Da zählt es auch nur bedingt als Mut, wenn „Exit Night / Juliet’s Theme“ mit einer Spielzeit von über sechs Minuten die gewöhnlich radiotaugliche Spieldauer deutlich sprengt. Als Hörer vernimmt gelegentlich Parallelen zu dem elfenhaften Sound von Tori Amos und denkt ebenfalls – vor allem auf Grund der Stimmfarbe von Emmy The Great – wiederholt an Heather Nova.

Es ist ein wenig zum Verzweifeln, denn ständig schleicht sich das Gefühl ein, dass das alles nicht einfach nur nett, sondern sogar richtig gut hätte werden können. „Hätte“, „könnte“, „würde“, „müsste“ bringt einen bekanntlich aber auch nicht weiter. Als Hintergrundmusik für nette Abende mit Freunden dennoch allemal empfehlenswert. Damit ist „Virtue“ wohl eher nichts für die Ewigkeit, hat aber immerhin Potenzial für ein paar nette Stunden und das ist ja auch nicht unbedingt wenig.

Anspieltipps:

  • Paper Forest (In The Afterglow Of Rapture)
  • Creation
  • North
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