Götz Alsmann - In Paris - Cover
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Götz Alsmann In Paris


  • Label: Blue Note/EMI
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„In Paris“ war der gute Götz Alsmann nicht nur zum Urlaub, nein der Wortakrobat aus dem Fernsehen hat seine Freizeit genutzt und ist samt Band in die französische und designierte Hauptstadt der Liebe gereist, um einen neuen Longplayer aufzunehmen, der dem französischen Chanson huldigt. Vom ersten Moment des Albums an bewundert man Götz Alsmann weniger für seinen Tatendrang, als für seinen Willen sich einen Lebenstraum zu erfüllen. „In Paris“ ist ein Album voller „Aha!“-Momente, wenn Titel wie „Das Meer“ sich schnell als „Beyond The Sea“ (eigentlich „La Mer“, aber wer hätte das denn nun erkannt?“) erweisen.

Von der ersten Sekunde an wird Götz Alsmann leider von der bekannten Schwäche, seiner sauberen, aber schwachen Stimme geplagt. Noch im Opener „Bumm“ wünscht man sich, dass Alsmann sich nicht so zurückhalten mögen. Eine weiche Stimme, die zu den vielen Jazz und Bossa-Nova-Einschüben passt, jedoch keinerlei Dynamik zulässt. Nur selten schafft er es, sich aus diesem Kokon des klaren Gesangs zu befreien. „Der Schleier Fällt“, ausgerechnet das ruhigste Lied des Albums und ein Rausschmeißer der radikalen Art, liefert dann mal einen hauchenden Götz, der sich nicht scheut die Tonleiter in ihrer Gänze zu erkunden.

Gegen diese, die Musik schnell auslaugende Schwäche, kann auch das gekonnte Spiel der Band nichts tun. Wie in einer Sitcom der 60er Jahre fühlt man sich an vergangene Dekaden erinnert. Besonders dass auch Xylophon und Glockenspiel so auftrumpfen dürfen, helfen dem Feriengefühl der Musik. In den stillen Momenten möchte man auch vergessen, dass Götz Alsmann es nicht schafft ein Album zu tragen. Es ist wirklich schade um all die Mühe, die sich der beliebte Moderator gibt.

Für die ruhigen Minuten und den Hintergrund ist diese französische Stunde voller Pop und Chanson zwar genau richtig, aber sich selbst, den ganzen Raum und den Hörer kann dieses Album leider nicht tragen. So kehrt man immer wieder zurück, um die ein oder andere Urlaubs-Ode zu hören und sich darüber zu freuen, dass der charmante Herr Alsmann sich ganz augenscheinlich einen Lebenstraum erfüllt hat. Und als schlichtende Worte sei noch hinzugefügt: Schlecht ist anders.

Anspieltipps:

  • Das Meer
  • Der Schleier Fiel
  • Der Vagabund Und Das Kind

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