Adam Cohen - Like A Man - Cover
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Adam Cohen Like A Man


  • Label: Cooking Vinyl/INDIGO
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer mit diesen leichten Anflügen von Gesichtslosigkeit leben kann, der findet hier eine Fundgrube an guter Singer/Songwriter-Musik.

Adam Cohen hat endgültig aufgegeben. Das ewige Versteckspiel vor den Vergleichen mit der Musik seines Vaters Leonard Cohen hat mit „Like A Man“ ein Ende. Adam Cohen, der inzwischen selbst Vater geworden ist, will seine Musik nicht mehr verstecken müssen und veröffentlicht auf „Like A Man“ zehn Lieder, die seiner Meinung nach zu sehr an seinen Vater erinnern.

Schon vorab kann man festhalten, dass die Presse in ihrer unbändigen Lust nach neuen Klatsch und Tratsch die unlogischsten parallelen zu ziehen versucht. Adam Cohens Stimme allein setzt ihn in eine Schublade mit William Fitzsimmons oder Damien Rice. Ereignisarm ist eine passende, jedoch viel zu negative Beschreibung dessen, was einen auf Adam Cohens Reinemachen mit dem Familienerbe erwartet. Vergleiche zu Papa gibt es nur andeutungsweise und so ist eine Erwähnung dieser überflüssig. Stände da kein Cohen nach dem Adam, würde sich niemand einbilden Ähnlichkeiten zu hören. Viel zu sanft sind die Herzschmelzballaden, die Cohen am Fließband liefert. Leonard Cohen hätte nicht einmal mit viel Mühe so zarte Töne erreichen können. War Leonards Stimme schon immer für das Besondere geschaffen, erinnert Adam an Lagerfeuer und kleine Clubs, in denen man die Intensität und Intimität der Musik noch wirklich spüren kann.

Egal ob der junge Mann schnellerem Gesang, der nahezu an Indie-Pop erinnert, oder langsamen Tönen den Vorzug gibt („Beautiful“): er schafft es stets die richtigen Emotionen zu vermitteln, sodass man am liebsten bei kaltem Winter im warmen Zimmer sitzt und sich an der emotionalen Wärme dieses Albums wärmt. Ohne große Schwächen lässt sich das komplette Album anhören und nervt auch bei mehreren Durchläufen nicht, da die Musik Cohens so unaufgeregt und sympathisch ist, dass man sich gar nicht an ihr reiben kann. Hier liegt im Gegensatz zu Papa allerdings auch die Schwäche, dass man schnell ein Lied überhört und zwar sicher ist, ein gutes Lied gehört zu haben, aber nicht mehr weiß, was dieses Lied ausgezeichnet hat. Wer mit diesen leichten Anflügen von Gesichtslosigkeit leben kann, der findet hier eine Fundgrube an guter Singer/Songwriter-Musik. Da darf der Vater stolz auf den Sohnemann sein.

Anspieltipps:

  • Out Of Bed
  • Sweet Dominique
  • Beautiful

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