Lunatic Soul - Impressions - Cover
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Lunatic Soul Impressions


  • Label: KScope/EDEL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Unverhofft kommt oft sagt der Volksmund und genau das trifft auf das dritte Album von Lunatic Soul zu, war doch dieses Kapitel von Mariusz Duda, dem kreativen Kopf von Riverside, nach dem schwarzen und weißen Album eigentlich beendet. Plötzlich kommt völlig aus dem Nichts ein drittes Album mit dem Namen „Impressions“ heraus. Es handelt sich dabei um eine Ergänzung zu den beiden eigentlichen Alben, musikalische Ideen die zur gleichen Zeit entstanden sind und sich angesammelt haben ohne zunächst weiter entwickelt zu werden. In der Tat kann hier nicht von B-Seiten gesprochen werden, dafür haben die Musikstücke einen anderen Charakter. Sie kommen ganz ohne Gesangstexte aus, verzichten aber nicht ganz auf die Stimme als solche und sind vielmehr in der Ambientmusik verwurzelt als ihre Vorgänger.

Konsequenterweise trägt das Album eine graue Farbe, steht damit zwischen dem schwarzen und weißen Album, das Symbol von Lunatic Soul, die Schlange mit den Formen der beiden Anfangsbuchstaben, ist im grauen Stein verewigt. „Impressions“ ist ein Album, das nicht zu schnell abgestempelt werden sollte, denn trotz des seichteren Charakters gibt es einiges zu entdecken, was nun mal genügend Zeit und Lust erfordert. In der Musik finden sich viele Zisch- und Knackgeräuschen, die von einigen seltenen Musikinstrumenten ausgehen. Solche Musikstücke wechseln sich mit Piano ähnlichen Keyboardtönen und gezupften, akustischen Gitarrenklängen ab. Dabei hat jedes Stück sein eigenes charakteristisches Motiv und oft ein Element, z.B. ein Sample, das ein wenig Bedeutung und Hintergrund beisteuert, wie ein Herzschlagmonitor in „Impression II“, eine tickende Uhr in „Impression III“ oder das Blättern von Buchseiten in „Impression IV“.

Es gibt Momente die herausragen, „Impression VI“ ist so einer, wenn die im Hintergrund schwelende atmosphärische Kulisse immer mehr in den Vordergrund drängt und das Stück regelrecht verschlingt. Auch „Impression III” ändert sein Gesicht, wenn nach dem gleichförmigen Ticken einer Uhr plötzlich Schlagzeug und Bass den Song auf eine neue, aufgeweckt lebendige Ebene anheben. Zwischen diesen Höhepunkten finden sich die wohl zwei leichtesten und melodischsten Stücke des Albums. Zum Ende sind noch zwei Remixe zu hören, die sich thematisch sehr gut eingliedern, aber durch den Gesang doch ein wenig abgrenzen vom instrumentalen Rest. „Impessions“ ist perfekt für den Ausklang des Tages, erst recht in der dunklen Herbstzeit. Einfach die Kopfhörer aufsetzen und langsam wegdriften in die Nacht, in den Schlaf, Kraft tanken für den nächsten Tag.

Anspieltipps:

  • Impression VI
  • Impression III
  • Impression IV

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