Yann Tiersen - Skyline - Cover
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Yann Tiersen Skyline


  • Label: Mute/AIP
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer unkonventionelle Musik macht, bekommt schnell das Etikett Exzentriker oder Soundkünstler aufgedrückt. Yann Tiersen fällt wohl in diese Kategorie, die aber für ihn nicht ausreicht. Als Soundtrackmusiker für den Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“ und das Seglerdrama „Tabarly“ machte er so richtig auf sich aufmerksam.

Nun kommt wieder ein Studioalbum des seit den 90er Jahren aktiven Musikers. Darauf treffen Glöckchen auf starke Gitarren, Klangteppiche werden ausgelegt und wieder unter den Füßen weggezogen. Nur nicht langweilen, lautet das Motto von Tiersen, der viele Instrumente aufeinanderprallen lässt und trotzdem etwas Anhörbares erschaffen hat.

Gesang kommt dabei eher selten vor, aber umso wird er dann aufeinander geschichtet, damit es zum andersartigen Rest des Sounds passt. Hier und da wird auch schon mal geschrien, was tierisch und abgedreht klingt und den Hörer abschreckten könnte – man höre nur „Exit 25 Block 10“ und denke nicht an Horrorfilme.

Dass Tiersen besondere musikalische Fähigkeiten bei Soundtracks gezeigt hat, kann er nicht verleugnen. Die Songs scheinen eine Geschichte zu erzählen, nur eine besonders wirre und dennoch eine nicht minder faszinierende. Eine gewisse Anstrengung verursacht das Hören der Soundgebilde allerdings schon, doch lohnt der Blick in einen Kosmos von Musik, den nicht jeder hört.

Der Franzose schwelgt ein wenig in seiner merkwürdigen Musikwelt und der Hörer braucht viel Geduld, um sich auf die überraschenden Wendungen des Tüftlers einzustellen. Dabei hat Yann Tiersen mit Charts- oder Radiomusik so gar nichts am Hut. Er webt lieber an seinem Soundteppich, den man sich wirklich „antun“ sollte, um einmal etwas nicht alltägliches und Faszinierendes zu hören, das den Kopf länger beschäftigt als es einem lieb ist.

Tiersens Art-Rock sprengt jegliche Bewertungsmuster, weil man sich nach einer gewissen Zeit schon erschreckt, wenn ein Track wie „Forgive me“ gar nicht „austickt“, sondern konventionell aus den Boxen perlt. So schnell können sich Hörgewohnheiten ändern.

Anspieltipps:

  • Monuments
  • The Cutter
  • Forgive me

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