Collapse Under The Empire - Shoulders & Giants - Cover
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Collapse Under The Empire Shoulders & Giants


  • Label: Sister Jack/CARGO
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Shoulders & Giants“ ist das dritte vollständige Werk der Band und der Auftakt zu einem zweiteiligen Konzeptwerk.

Am liebsten möchte man den beiden Hamburgern Chris Burda und Martin Grimm vorwerfen, dass sie typischen Post-Rock von der Stange weg kreieren, aber das tun sie überhaupt nicht. Collapse Under The Empire hören sich mit ihren flotten aber melodischen Instrumentalstücken voller auffälliger Trommelarbeit und einer ordentlichen Portion Elektronik sehr lebendig, aber auch wie der Zwilling von God Is An Astronaut an. Stören sollte das eigentlich niemanden, denn „Shoulders & Giants“ ist ein Album, das God Is An Astronaut seit „Far From Refuge“ gerne aufnehmen würden, es aber nicht schaffen.

„Shoulders & Giants“ ist das dritte vollständige Werk der Band und der Auftakt zu einem zweiteiligen Konzeptwerk über das menschliche Dasein, seine positiven und negativen Seiten, das Glücklichsein und die Traurigkeit, hell und dunkel. Der Titel spielt dabei auf das Gleichnis von den Zwergen auf den Schultern von Riesen an (dwarfs standing on the shoulders of giants), das ausdrücken möchte, dass die heutigen wissenschaftlichen Erfolge auf den großen Leistungen der Vergangenheit fußen. Die Optik des Albums unterstreicht dies, indem der Mensch als ein kleines Teilstück in wunderschöne, imposante Naturkulissen gestellt wird. Gleichzeitig wird aber gezeigt wie er sich der Natur bedient und sie verändert, eine endlos gerade Straße, Plantagen, möglicherweise Tee, bedecken ganze Hügel. Auch wenn alles dunkel gehalten ist, so ist immer irgendwo Licht am Horizont, einige Sonnenstrahlen oder Lücken im Wolkenbild. Schade, dass es kein Booklet mit noch mehr solcher Bilder gibt.

Die beiden Musiker haben im Alleingang alles komponiert, eingespielt und produziert. Beeindruckend wie sie das gemacht haben, denn der Klang der CD ist glasklar und alle Instrumente sind klanglich perfekt zu differenzieren. Spätestens wenn das Schlagzeug einsetzt und über allem zu thronen scheint, fängt der Fuß an unwillkürlich mitzuwippen. Die Musik ist leicht zugängig, dabei voller Energie und Intensität, vielleicht nicht unbedingt fröhlich aber doch forsch und durch das Tempo auch voller Enthusiasmus. Hier liegt auch der Hauptunterschied zum stinknormalen Post-Rock, es sind Songs und keine sich ellenlang aufbauenden Stücke zwischen laut und leise. Nach dem Prinzip der Gleichberechtigung vermischen sich schrammelnde Gitarren mit elektronischen Elementen, was manchmal vielleicht schon zu gleichförmig klingt.

Die einzelnen Stücke verschmelzen dank einer unterschwelligen Stimmung miteinander und lassen beim Hören die Zeit davon schwimmen. Von der ersten bis zur letzten Sekunde gibt es nichts, was diesen angenehmen Musikfluss stören könnte. Da kann selbst das Paradoxon zwischen den Titeln „There’s No Sky“ und „The Sky Is The Limit“ nichts daran ändern. Am Ende überkommt einen aber ein leichtes Schmunzeln wenn das letzte Stück kurzzeitig anfängt zu klingen wie die Musik von Jan Hammer zur neuen Serie „Hamburg Vice“. Bleibt zu hoffen, dass der nächstes Jahr erscheinende zweite Teil „Sacrifice & Isolation“ dem Titel entsprechend eine deutlich andere Stimmung beherbergen wird.

Anspieltipps:

  • Disclosure
  • Giants
  • The Sky Is The Limit

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