Wild Flag - Wild Flag - Cover
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Wild Flag Wild Flag


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die vier Amerikanerinnen von Wild Flag kennen sich bereits seit über einer Dekade, denn sie tourten in verschiedenen Konstellationen miteinander und spielten nicht zuletzt in den selben Bands. Besonders Janet Weiss (Gesang, Schlagzeug) und Carrie Brownstein (Gesang, Gitarre) prägten mit Sleater-Kinney die sogenannte Riot Grrrl-Bewegung im Nordwesten der USA und schmückten ihren entfesselten (Punk-)Rock mit feministisch-politischer Note. Helium, Quasi, The Minders und Stephen Malkmus & The Jicks waren weitere gemeinsame Stationen mit den beiden anderen Wild Flag-Mitgliederinnen Mary Timony (Gesang, Gitarre) sowie Rebecca Cole (Gesang, Keyboard), so dass eine Zusammenarbeit als Quartett nie richtig weit weg lag. Schließlich war es der Soundtrack zur Dokumentation „!Women Art Revolution!“, der den Startschuss für Wild Flag markierte und die vier im April diesen Jahres für die Aufnahmen zum selbstbetitelten Debütalbum erneut zusammenbrachte.

Bis auf die Vocals ist der Longplayer live eingespielt und diese Energie wird dem Hörer ohne Umschweife mitgegeben, denn lange wird nicht um den heißen Brei herumgeredet, wenn „Romance“ die Platte eröffnet. Mitreißend erklingt 60'er Jahre Beatrock, grobporig im Rhythmusbereich und zuckersüß in Gesang und leichtfüßiger Gitarre. So dauert es nicht lange und „Something Came Over Me“ legt, wenn auch gemäßigt in der Angriffslust, nach. Die lauernde Ausgangsposition entfaltet sich im mehrstimmigen Gesang und herrlich unaufdringlichen Gitarren-Soli, ehe „Boom“ als einer der unwiderstehlichen Highlights stürmisch Pop, Rock und schwirrende Orgel zusammenbringt.

Weiter geht es im bunten, teils rohen, teils vielseitig ausbrechenden Pop/Rock-Entwurf von Wild Flag, in dem psychedelische Keyboard-Sounds eines „Glass Tambourine“ gar im frühen Krautrock vorbei schauen und „Endless Talk“ schon wieder so begnadet tänzelnd über den Genres steht und sofort schlicht den Übergang zum Feiern offeriert. Man kann einfach nicht anders, denn nahezu jeder Song erstürmt Herz und Seele, lässt die Sorgen jedes Einzelnen vor der Tür, wofür „Wild Flag“ nicht mehr als vermeintlich bodenständigen Pop/Rock samt merklich eingespielter Belegschaft und zeitlos ergreifenden Harmonien benötigt.

Anspieltipps:

  • Romance
  • Boom
  • Endless Talk
  • Racehorse

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