Xaver  Von Treyer - The Torino Scale - Cover
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Xaver Von Treyer The Torino Scale


  • Label: Supersoul/Rough Trade
  • Laufzeit: 66 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch wenn mit „The Torino Scale“ erst fünf Jahre nach seiner Debüt-Single „Motor City/Lost“ das erste Solo-Album des Berliner Musikproduzenten Xaver von Treyer erscheint, so gründete er doch das renommierte Label Supersoul Recordings und arbeitete unter anderem mit großen Namen wie Einstürzende Neubauten, Rammstein, Terranova, Die Fantastischen Vier und Unkle. „The Torino Scale“ ist ein vielschichtiges Werk zwischen Ambient, House und Electro-Pop, lässt es sich jedoch auch nicht nehmen, audiovisuelle Installationen in Zusammenarbeit mit Designer Marek Polewski als Gesamtkonzept hinter dem Album zu bündeln.

Als hier besprochenes, reines Audioprodukt ist der Anspruch jedenfalls zu groß, tatsächlich so ziemlich jede Seitenstraße elektronischer Musik befahren zu wollen und kommt so manches Mal von der Fahrbahn ab. Im schleichenden Ambient von „We Are Alien“ samt souligen Vocals und mystisch anmutendem Synthesizer-Sound funktioniert das Vorhaben des Herrn von Treyer noch recht gut, selbst wenn man dem Stück eine gewisse Langatmigkeit unterstellen muss. Folgendes „Jerusalem Syndrome“ gleicht einem (zu langen) Interlude, verliert aber das Ziel aus den Augen, ehe „Spit From The Sun“ und „Lunar Rover“ in tanzbare, beatlastige Regionen vordringen. An diesen Stellen wird deutlich, das ohne visuelle Unterstützung die schnelleren Stücke erheblich mehr Substanz bieten und dem Album die nötige Mitte geben.

Doch wirken diese House-Elemente nur selten richtig packend und musikalisch herausragend. Stattdessen fühlt sich der Hörer leidig in die Neunziger versetzt, wenn sich karibisches Flair mit Pfeif-Parts und lässigem Basslauf kreuzt. Es ist schon eine schwierige Geburt, an der uns Xaver von Treyer teilhaben lässt. Bis zum Ende bleiben nur stückchenweise erhabene und schlaue Electro-Kompositionen hängen, dafür jedoch ein ordentliches Maß an Durchschnitt. Immerhin muss man sich im Laufe des Albums weniger Gedanken darum machen und folgt lieber dem vermehrt einsetzenden Beat, der dann gekonnt die Bewegungsfreude der Beine zufriedenstellt.

Anspieltipps:

  • We Are Alien
  • Lunar Rover (Utao Olami)
  • Lex Parsimoniae
  • For A Fistful Of Acid

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