Roger Cicero - In Diesem Moment - Cover
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Roger Cicero In Diesem Moment


  • Label: Starwatch/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Macht es Cicero tatsächlich Spaß, sich von Album zu Album selbst zu rezitieren?

Die weichste Stimme Deutschlands bringt wieder ein Album heraus. Heureka! Roger Cicero ist zurück. Der mutige, junge Mann, der sich (scheinbar) aus dem Schatten eines Dieter Bohlen befreien konnte und jetzt im Fernsehen und auf Platte Tausende von Hörern mit seiner Mischung aus Retro- und Modernschmusesongs zu verzaubern versucht. Ob die Mischung genauso bunt ist wie auf den vorigen Alben, ist im Gegensatz zur Qualität der Lieder selbst wie immer Nebensache. Hoffentlich ist dies auch bei Cicero angekommen.

Der Beginn des Albums ist zumindest famos und Rogers immer gleiche, weiche Stimme, die keiner Fliege etwas zu Leide tun könnte und weder Romantik noch Härte wirklich ausdrücken kann, passt sich gut zur Stimme von „Alles Kommt Zurück“ an. Wirklich traurig klingt Cicero nicht zu der feschen 50er Tanzmusik und so geht es das gesamte Album. In „Dunkelheit Zu Licht“ allein vom Klavier begleitet klingt der Musiker schon recht gefühlvoll, doch bis dahin hat man schon eine Dreiviertelstunde Schmalz und Liebe hinter sich, die so gefühlvoll perfekt klingt, dass es einem kalt den Rücker runter läuft.

Radiopop der seichten Sorte tönt nach dem gelungenen Opener und auch die Liebe zu den 50ern offenbart sich in recht simpel strukturierten Pop-Songs. Mehr ist nicht. Höhepunkte sind da noch das beschwingte „Keine Halben Sachen“ oder das tatsächlich wieder durchgehend nach den 50ern klingende „Zu Zweit“. Ansonsten findet Roger Cicero weder die richtigen Worte, noch die richtige Melodie, um den Hörer zu fesseln. Wer die ersten Cicero-Alben mochte, der wird auch diesmal zufrieden sein, denn Belanglospop wird hier am Fließband geliefert. Die Lieder klingen so sauber, dass es schon steril wirkt.

Wo will Roger Cicero noch hin? Will er nur noch produzieren oder macht es ihm tatsächlich Spaß, sich von Album zu Album selbst zu rezitieren? Er ist nicht der einzige Musiker, dem man diesen Vorwurf machen muss, aber das schützt den Mann mit der klaren Stimme nicht vor Kritik. „In Diesem Moment“ liefert außer „Alles Kommt Zurück“ keinen einzigen Track, der sich auch nur länger als eine Woche im CD-Spieler wiederfinden wird. Vergessen wird leicht gemacht zu Popmusik, die stark an die Beginne von Jamie Cullum erinnern, als das Image noch wichtiger war, als die Musik selbst. Wenn es Roger Cicero reicht Everybody's Darling zu sein, dann sei ihm das gegönnt. Um als Künstler ernst genommen zu werden, fehlt ihm aber noch sein „The Pursuit“, womit Cullum sich zurecht in die wichtigen Künstlerkreise zählen darf.

Anspieltipps:

  • Alles Kommt Zurück
  • Keine Halben Sachen
  • Zu Zweit

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