Atomic - Heartbeater - Cover
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Atomic Heartbeater


  • Label: Redwinetunes/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Thomas und Rainer Marschel müssen sich des Öfteren gefragt haben, ob sie wirklich dem schönen Freistaat Bayern angehören oder doch nicht eigentlich direkt von der Insel importiert wurden. Seit nun mehr als einer Dekade bleiben sie unter dem Namen Atomic dem Brit-Rock der 90er treu und haben gar nicht daran gedacht mit dem Strom zu schwimmen. Ob Out oder In, weniger könnte es die Zwillinge nicht interessieren. Sie klingen so britisch wie es sonst nur Skandinavier schaffen und auch wenn sie über die Jahre weder den Ruhm noch die Abwechslung von Mando Diao erreicht haben, sind sie auch heute noch eine ernsthafte Alternative zu den selbstverliebten The Hives und anderen Genregrößen und Größenwahnsinnigen, die sich der britischen Rockmusik verschrieben haben.

Von „Aphrodite“ an werden die jeweiligen drei Akkorde pro Lied durchgehämmert, als gebe es kein Morgen mehr. Atomic bleiben sich treu und räumen mit ihrem rauen und eingängigen Melodien alles ab, was sich ihnen in den Weg stellt. Kann da noch irgendwas schief gehen? Außer einem etwas nervig und auf Rotz-Punk mit Mainstreamnote angehauchtem „Black Angels“ rocken die Lieder wirklich fröhlich auf und ab, dass man gar nicht merkt, wie die Zeit vergeht. Wobei das Thema Zeit leider nicht unwichtig für das neue Album „Heartbeater“ ist. 41 Minuten verspricht die Verpackung und am Ende steht nicht mal eine halbe Stunde Musik zu Buche. Unnötig ist die Spielerei mit 30 Sekunden Instrumentalteil gegen Ende. Kniefall vor Albernheiten alter CDs hin oder her, aber dann hätte man die Kreativität auch für noch einen Track aufwenden können, damit zumindest eine halbe Stunde Spaß garantiert wird.

Die Schwächephase nach den „Black Angels“ zieht sich streng genommen leider bis zum Ende des Albums, wenn „Sunshine Bliss“ gute Melodien endlich wieder mit erträglichem Gesang verbindet. Ansonsten besteht die zweite Hälfte nämlich aus Experimenten, wie man sämtliche Stile des Brit Rock nachahmen kann. Also auch Balladen und das geht beim limitierten Gesang der Zwillinge schlichtweg unter. Erst in „Sunshine Bliss“ und „Don't Rip It Up“ klingt es wieder so, als wäre der kratzige Ton im Gesang gewollt und sorgt für einfachen, schnellen Spaß. Wenn einem gerade mal 20 Minuten gute Musik für ein komplettes Album genug sind, dann heißt es zugreifen. Gute Musik ist schließlich unbezahlbar.

Anspieltipps:

  • Sunshine Bliss
  • Aphrodite
  • Heartbeater

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