John Watts - Fischer-Z - Cover
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John Watts Fischer-Z


  • Label: So Real/H'ART
  • Laufzeit: 61 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Fischer-Z leben! Streng genommen tun sie das nicht, aber John Watts lässt sie mit seiner Soloband wieder aufleben. 14 der beliebtesten Titel der einzig echten Alternative zu The Police, wenn man entweder verrückt nach der Mischung aus Brit Rock der 70er und 80er mit Reggae ist oder mit Stings Stimme nichts anfangen kann. Damit ist eigentlich alles gesagt. Wer es mag, der soll zugreifen und wer keine Bindung zu Rock der alten Schule hat, der wird mit diesem Fischer-Z-Tribut nicht warm werden.

Die Beispiele für diese Aussage reihen sich aneinander und ob man nun „Marliese“, „Berlin“ oder „Lies“ hört, fällt einem sofort die Kluft zwischen moderner Populärmusik und den Klassikern auf. John Watts rettet die Lieder immer wieder in ihren Refrain und von im Durchschnitt knapp fünf Minuten pro Song kann man sich darauf einstellen, dass mindestens die Hälfte der Lieder mit ein und derselben Zeile ausgestopft wird. Das mag gerade live immer noch gut fruchten, doch sieht man sich im Vergleich die Schelte gegenüber Musikern wie Rihanna an, der das „Umbrella“-Syndrom wohl noch in Jahren vorgehalten wird, dann ist man sich nicht sicher, warum man Fischer-Z heute noch für ihre zweidimensionalen Songstrukturen loben soll.

Wer sich der Retroerfahrung hingeben möchte gibt sich eine Stunde lang ordentlichen, aber schnell aufgebrachten Melodien hin und auch John Watts' Gesang setzt eine Liebe zu etwas angestrengten Altherrenstimmen voraus. Ähnlich übertrieben wie auf der neuen Noel Gallagher-Platte wird mit dem Chorus um sich geschmissen, als gäbe es keinen Morgen. Mal leiser mal lauter, aber immer ohne Höhen und Tiefen löst ein Track den anderen ab, ohne dass es über eines der Stücke mehr zu sagen gäbe, als dass es sich um Rockmusik mit einigen Reggae-Elementen handelt. So ist man am Ende einer leider sehr eintönigen Stunde um 14 Zeilen klüger, die man in Stadien jetzt mitgrölen kann, der musikalische Mehrwert ist allerdings ähnlich niedrig wie bei Best-Of-Alben oder dem letzten R.E.M.-Gedenksilberling.

Anspieltipps:

  • In England
  • Berlin
  • Pretty Paracetamol

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