Tony Christie - Now´s The Time! - Cover
Große Ansicht

Tony Christie Now´s The Time!


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Der nimmermüde Schlagersänger Britanniens Tony Christie ist auch im Alter von 68 Jahren noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angekommen. Seine Durstrecke in den 90ern ist vergessen und stattdessen strahlt Christie als einer der privilegierten Künstler, die auf dem Glastonbury Festival auftreten durften. Zurück zu den Wurzeln soll es auf „Now's The Time!“ wohl gehen, denkt man an seine Debüt-Single 1971 „Las Vegas“ zurück. Das neue Album ist eine Hommage an Legenden wie Lee Hazlewood. Gerade bei dieser Parallele muss Tony den Altersunterschied auch nicht scheuen.

Die Ocean's-Filme von George Clooney haben Auszeit und so muss man schon ein wenig im Hirn kramen, um sich Christies Album als Soundtrack für die Stadt der Spieler vorzustellen, wenn man nicht zufällig vor kurzem da war. Abgesehen von Balladen („Steal The Sun“) ist der alternde Sänger von der ersten Minuten bemüht die Neonlichter auch in seinem Sound zu finden. Der Titeltrack legt mit viel Brass und Uptempo los. Die typischen Backgroundsänger sind mit dabei und mit ein bisschen Fantasie sieht man den alten Mann auf der Bühne, umgarnt von Tänzern, die mit ihm zusammen eine Vegas-Show schmeißen. Die Illusion ist perfekt.

Die musikalische Umsetzung hingegen wirkt schnell steril und während „Now's The Time“ eine wirklich hübsche Eröffnung ist, verliert das Album danach sehr schnell an Fahrt. „Money Spider“ und „7 Hills“ geben noch neue Stilrichtungen vor, die hier und da Soul oder Ska einstreuen und später gibt es mit „Longing For You Baby“ auch noch eine echte Wüsten-Western-Nummer, die zwar ihre Längen hat, der Abwechslung des Albums aber sehr gut tut. Lieder der Marke „Nobody In the World“ und Too Much Of The Sun“ sind es aber, die dem Album wirklich unnötige Längen geben. Letzterer Track versucht zwar mit einer Tango-Note zu retten, was zu retten ist, doch scheitert an der Oberflächlichkeit des Stücks.

Andere werden sagen, dass es überraschend ist, wie authentisch Christie klingt, doch mit stzeigender Laufzeit fällt einem schlichtweg auf, dass alles nach einem Handbuch entstanden zu sein scheint. Die Melodien sind auf Dauer nicht stark genug, um den 60er-Jahre-Vegas-Stil zu tragen. Der Weg zurück zu den Wurzeln und träumen von der niemals schlafenden Stadt ist handwerklich, aber nicht musisch gelungen. Die Entschuldigung, dass Christie dennoch einen ordentlichen Job macht und mit seiner Stimme (und als Brite) den Ton der amerikanischen (Alb-)Traumstadt so gut trifft, kann man jedoch auf jeden Fall gelten lassen.

Anspieltipps:

  • Now's The Time!
  • Longing For You Baby
  • Workin' Overtime

Neue Kritiken im Genre „Pop“
7.5/10

Rainbow
  • 2017    
Diskutiere über „Tony Christie“
comments powered by Disqus