Scraps Of Tape - Resident Flux - Cover
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Scraps Of Tape Resident Flux


  • Label: A Tenderversion Recording
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein abwechslungsreicher, wenn auch mit 38 Minuten kurzer Spaß.

Wenn in Skandinavien im hohen Norden jemand Eisfischen geht, kann er einfach beim nächsten Haus anhalten und wird freundlich empfangen und darf es sich gemütlich machen, wenn er seine Beute mit den Besitzern teilt. Bei der geringen Bevölkerungsdichte und den weiten Entfernungen ist die gegenseitige Hilfe und Freundlichkeit unabdingbar. Vielleicht ist es bei Büroräumen in Malmö trotz deutlich mehr Menschen ganz ähnlich. Die Schweden von Scraps Of Tape machten kurzerhand eine Bildergallerie zu ihrem Proberaum. Zweitnutzung, aber keine Zweckentfremdung, sind doch beides Kunstformen, die auch miteinander interagieren.

Die Anfangsminuten von „Resident Flux“ machen gleich deutlich, dass Scraps Of Tape viel mehr sind als eine reine Post-Rock Band. Die Musiker gehen mit offenen Ohren durchs Leben und lassen immer wieder neue Musikstile in ihre Kompositionen einfließen. Der Vorgänger „Grand Letdown“ pendelte noch zwischen Melancholie und Alternative-Einschlag. In den Kompositionen des neuen Albums steckt eine punkige Urkraft, die das Album regelrecht antreibt. Der Titel „Resident Flux“ beschreibt sehr schön was die Musik besonders ausmacht, denn der Energiefluss ist tatsächlich ein ständiger Bewohner dieses Albums.

Damit sollte auch klar sein, dass es keine typischen Scraps Of Tape Songs gibt, manche sind rein instrumental, andere wiederum mit Gesang und dies sogar in verschiedenen Sprachen mit jeweils anderen Gästen. Anfang und Ende des Albums sind vom gleichen Schlag, ähnliche dunkle Stimmung, ähnlicher Klangkosmos, viel Energie und Spielfreude, beides hervorragende Stücke, die das Album abgrenzen und alles dazwischen zusammenhalten. Gerade nach solch einem Einstieg überrascht „Flera Meter Kort“ mit seiner punkigen Ader, kurz, bündig, rasant und mit schwedischem Gesang von Mattias Alkberg. Mit „Wieldless“ folgt ein weiterer instrumentaler Powerschub, der zum Ende das Tempo raus nimmt um in „TVR Crown” zu münden, das zu Beginn regelrecht eine doomige Stimmung mit schleppendem Schlagzeug verbreitet, bevor es zwei Metamorphosen mit zwischenzeitlichem Gesang durchläuft.

Ein abwechslungsreicher, wenn auch mit 38 Minuten kurzer Spaß. Bei dieser Qualität hätten ruhig noch ein bis zwei Songs auf dem Album Platz nehmen dürfen. Es ist regelrecht schwierig Songs hervorzuheben, weil alle ihre eigenen speziellen Vorzüge haben. Wenn sich niemand an den verschiedenen Gesangsstimmen stört, besonders das Lala-Geträller von Cecilia Nordlund in „The Memory Tricks“, ist es wohl das beste Album von Scraps Of Tape bisher.

Anspieltipps:

  • Hall Tjeften
  • Flera Meter Kort
  • Revelation Ghost

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