Immanu El - In Passage - Cover
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Immanu El In Passage


  • Label: And The Sound/CARGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem bereits vor zwei Jahren die Schweden von Immanu El in Form ihres zweiten Langspielers „Moen“ für Furore in der atmosphärischen Indie Pop-Landschaft sorgten und dem bis dahin bekannten Postrock ein erfrischendes, runderneuertes Gesicht gaben, ist die Spannung groß, wenn es wie jetzt um den Nachfolger auf dem von Immanu El und der befreundeten Band Ef geführten Label And The Sound Records geht. Betitelt ist er mit „In Passage“, hat die positiven Stimmen und Touren der letzten, bewegenden Jahre als Ausgangspunkt tief im Herzen verankert und zeigt sich als schwächelnde Fortsetzung in ähnlicher Ausdrucksform wie „Moen“.

Gleich zu Beginn präsentiert sich „Skagerak“ mit knapp acht Minuten als längster Song des Longplayers, dem man aber wie bei den sieben restlichen Tracks die Länge keinesfalls als Stolperfalle anrechnen kann. In zarter Einigkeit gehen feingliedrige Gitarrenläufe, weiche Drums und der engelsgleiche Gesang Hand in Hand, so dass die Bindung zwischen Hörer und Band schon früh Einzug hält. Zwischendurch gönnen sich Immanu El beim Opener Ausbrüche an dominanter eingesetzter E-Gitarre, zugleich aber federn die Vocals in Melancholie badender Form den Ansatz von Härte schnell wieder ab. Was auf langer Sicht zum Hindernis werden wird, nämlich die fehlenden Kanten, hält auf „In Passage“ gerade noch Kurs, so dass „Conquistador“ mit ungemein fesselnder Dynamik zum intensiven Schwelgen einlädt, allerdings kaum noch einen weiteren Höhepunkt folgen lässt.

So ist die Richtung auf diesem Album schnell vorgegeben, indem Immanu El ihren gefühlvollen Sound durch Streicher und Piano verzieren, der von Post-Rock geprägte Indie-Pop dennoch kompakt aus den Boxen tritt und Melancholie in jeder Pore wohnt. Leider mündet der Longplayer mit zunehmender Spielzeit in schwachbrüstigem Wohlklang, der nur selbst gefallen will und erst spät wieder in packendere Regionen übergeht. So ist „In Passage“ das schwierige dritte Album einer Band, die gut daran tun würde, in Zukunft weniger auf Reproduktion zu setzen.

Anspieltipps:

  • Skagerak
  • Conquistador
  • Comforting Dawn
  • To An Ocean

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