Krisiun - The Great Execution - Cover
Große Ansicht

Krisiun The Great Execution


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 62 Minuten
Artikel teilen:
8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Als frisch geschlüpfte Todesbleimaschine reicht es meist alles brutal nieder zu mähen und in Grund und Boden zu stampfen. Nach über 20 Jahren im Musikgeschäft muss allerdings schon ein wenig mehr passieren als nur technisch eindrucksvolles Gepolter, das einem die Gehörgänge durchpustet. Für Krisiun scheint eine derartige Vorgabe lediglich eine weitere Fingerübung zu sein, denn mit Album Nummer 8 legt das Brüderpaar Alexandre (Gesang, Bass), Moises (Gitarre) und Maximiliano Kolesne Camargo (Schlagzeug) einen im wahrsten Sinne des Wortes in blutrot getauchten Longlayer vor, für den erst einmal ein paar Durchgänge geopfert werden müssen um aus dem kathartischen Zustand der Überwältigung herauszukommen.

„Wir wissen, dass dieses Album für uns ein großer Schritt nach vorne ist, weit weg von allem, was wir bislang gemacht haben. Die Songs sind einfach vielseitiger, komplexer und in der Tat reifer.“ erklärt Vorstand Alexandre. Dem wäre auch eigentlich nichts hinzuzufügen, würde es nicht soviel mehr geben, was man über „The Great Execution“ sagen könnte. Da wäre vor allem die facettenreiche und beeindruckend präzise Arbeit von Drummer Maximiliano, der viele Passagen quasi im Alleingang steuert und in neue Abschnitte führt, wo sie dann als progressive Klanggebilde gemeinsam mit Bass und Gitarre wüten dürfen. Darunter ist jedoch nicht permanent stures Hochgeschwindigkeitsgedresche zu verstehen, sondern der Aufbau einer durchdachten Atmosphäre, die angefangen beim wutschnaubenden „The will to potency“, über das spanische Flair in „The sword of Orion“, bis hin zum groovenden Nackenbrecher „Shadows of betrayal“ als roter Faden eingesetzt wird und mit Ausnahme des allzu aggressiven „Extincao em massa“ absolut keine Ausfälle zu verbuchen hat.

Als besondere Höhepunkte seien „Descending abomination“ und „The extremist“ hervorgehoben, die in ihrer tempomäßigen Anlage zwar grundverschieden agieren, aber dennoch einen Sog aus drückenden Doublebassparts, klaren, bis zähnefletschenden Gitarrensolos und bitterbösem Gegrunze entstehen lassen, dem es sich jedes Mal aufs Neue nur schwer zu entziehen gilt. Diese fulminante Präzision legen ansonsten nur Genre-Legenden wie Nile, Deicide oder Vital Remains vor, wenn sie mal wieder zu heftig mit dem Leibhaftigen gekuschelt haben. „The Great Execution“ ist demzufolge nichts anderes als Death Metal in Reinkultur. Hier kommt Luzifer noch höchstpersönlich im Wohnzimmer vorbei, reißt einem die Gliedmaßen vom Körper und schändet die Überreste. Amen!

Anspieltipps:

  • The Extremist
  • The Sword Of Orion
  • Shadows Of Betrayal
  • Descending Abomination

Neue Kritiken im Genre „Death Metal“
Diskutiere über „Krisiun“
comments powered by Disqus