Pitchben - Pitchslap - Cover
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Pitchben Pitchslap


  • Label: Compost/Groove Attack
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Segment der Retro-Bands wird mit jedem Jahr größer, sodass nicht mehr die Scissor Sisters oder The Darkness alleine für eine Rückkehr zu den „good old times“ stehen. Auf dem elektronischen Sektor ist die Vermischung von Vergangenheit und Gegenwart jedoch meist allgegenwärtig und Samples und Loops von Platten vergangener Jahrzehnte stellen stets eine willkommene Fundkiste dar. Wenn es allerdings mehr als nur ein paar Anhaltspunkte sein sollen, die an bekannte Evergreens denken lassen bzw. von diesen inspiriert sind, dann muss für eine detaillierte Rekonstruktion zumindest der Bezug zum Quellenmaterial vorhanden sein. Kein Problem für Pitchben!

In den 80er Jahren aufgewachsen und von Disco, Soul, Electro, Funk und Hip Hop begeistert, macht sich der anfangs unter dem Namen M-Tech bekannte Künstler auf, seine Künste als DJ, Produzent und Liebhaber elektronischer und handgemachter Musik unter Beweis zu stellen. Nach mehreren größeren und kleineren Erfolgen folgte eine Umbenennung in Pitchben und fortan bestand die Mission darin, „das Feeling der Musik der 80er zurückzubringen, aber auch mit einem modernen Touch zu versehen.“ und zwar auf eine Art und Weise, die „nicht allein am Laptop mit Soundlibraries zu bewerkstelligen wäre.“ Kurzum: „Pitchslap“ ist eine 1:1 Kopie des Sounds der 80er und frühen 90er.

Hier herrschen noch zappelige Synthies, funky Rhythmen und ein gewisser Minimalismus vor, der für viele den besonderen Charme dieser Ära ausmacht. Die tiefen Töne sind kurz und prägnant und bestehen meist aus saftigen Basslinien, die Quincy Jones schon Michael Jackson auf „Off The Wall“ (08/1979) zur Verfügung stellte, während sich an allen Ecken und Enden Exzerpte aus der Diskographie von Level 42, Jolley & Swain, Giorgio Moroder oder Instant Funk wiederfinden. Bei „Pitchslap“ handelt es sich ergo nicht um reine Partymusik wie z.B. bei David Guetta, sondern um eine tiefe Verbeugung vor Kindheitserinnerungen, die lediglich in ein etwas modernes Klanggewand gehüllt wurden.

Dabei ist Pitchbens Debüt so dermaßen retro, dass es stellenweise sogar richtig weh tut. „Keep giving me love“ ist z.B. eine schmachtende Kitschbombe, wie sie Earth, Wind & Fire nicht besser hinbekommen hätten und „Stand up“ eine mit Falsettgesang ausgestattete Discokugel, die Kritiker dieser Epoche sofort als Negativbeispiel heranziehen könnten. Diese Konsequenz ist für Fans von funky Disco Musik sicherlich ein Segen, all jene, die beim geringsten Anflug von Retrosounds aus den 80ern Ausschlag bekommen, sollten am besten einen weiten Bogen um „Pitchslap“ machen.

Anspieltipps:

  • Unique
  • Time Machine
  • (Don´t Trust) Mr. Berkofsky

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