Disturbed - The Lost Children - Cover
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Disturbed The Lost Children


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 61 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Asylum“ (08/2010) war das vierte Disturbed-Album in Folge, das sich direkt an die Spitze der amerikanischen Billboard Charts setzte. Eine nicht zu missachtende Randnotiz, schafften dieses Kunststück schließlich nicht viele Künstler und Bands in der Vergangenheit. David Draiman & Co. nehmen sich nun die Freiheit und ruhen sich auf ihrem Erfolg für unbestimmte Zeit aus. Bevor es allerdings in den Urlaub geht, gibt es mit „The Lost Children“ eine B-Seiten- und Raritätenzusammenstellung, die mit 16 Tracks aus der kompletten Veröffentlichungsperiode des Acts nicht nur prall gefüllt ist, sondern auch einiges an Mehrwert bietet.

Neben herkömmlichen Standardnummern aus der Spät- („Hell“, „This moment“, „Old friend“, „Run“) bzw. Frühphase („A welcome burden“, „God of the mind“, „Dehumanized“), mit denen wohl nur Die Hard-Fans ihre Freude haben werden, sind es die spezielleren Fälle, die auch bei kritischeren Individuen auf offene Ohren stoßen werden. „Monster“ oder „3“ dürfen zwar als Grenzfälle bezeichnet werden, da sie zu keiner Zeit die bekannten Pfade eines fett produzierten Disturbed-Knallkörpers verlassen, ähnlich eines Cheeseburgers munden sie aber selbst nach dem 20. Aufguss vorzüglich und versetzen die Rübe in Schwingung.

Ganz und gar eigenständig gebärdet sich hingegen „Mine“, ein Song, der das letzte Album mit seinem ruhigen Beginn und der darauffolgenden Mischung aus verspieltem Schlagzeug und aufgeräumtem, weniger in-die-Fresse-tretendem Songwriting ohne Frage aufgewertet hätte. Aus eigener Feder gesellen sich noch „Two worlds“ aus der „Ten Thousand Fists“-Ära und „Parasite“ von den „Indestructible“-Sessions hinzu, die jeden Moshpit durch das donnernde Tribal Drumming und ihrem rockigeren Beinkleid verzücken würden, während „Leave it alone“ mit seinem grandiosen Refrain schmerzlich auf „Asylum“ vermisst wurde.

Zu guter Letzt geht es dann ins Kuriositätenkabinett, wo den Hörer „Midlife crisis“ und „Living after midnight“ erwartet. Wo allerdings der Faith No More-Klassiker geradezu danach gebettelt hat von Draiman und seinen Mannen im groovenden Gleichschritt aus den Boxen zu brechen, ist das Judas Priest-Cover maximal in die Kategorie „bemüht“ einzuordnen, da Disturbed nur eine leicht aufgebohrte Neufassung anzubieten haben. Als zwischenzeitliches Abschiedsgeschenk bzw. Überbrückung durchaus zu gebrauchen, wird man dennoch das Gefühl nicht los, Disturbed würden mit „The Lost Children“ ihren Fans nur die Spitze des Eisbergs zumuten und möglicherweise spannende Experimente vorenthalten. Da dies zu beweisen sich aber als relativ schwer herausstellen wird, muss man sich eben mit dieser Auf Nummer sicher gehenden Zusammenstellung zufrieden geben.

Anspieltipps:

  • 3
  • Mine
  • Parasite
  • Monster
  • Midlife Crisis

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