Aura Dione - Before The Dinosaurs - Cover
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Aura Dione Before The Dinosaurs


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Aura Dione muss man nach dem überragenden Erfolg ihrer Hitsingle „I Will Love You Monday (365)“ wohl nicht mehr vorstellen. Die geborene Kopenhagenerin hat alles, was man sich von einem Popstar wünschen kann. Die Künstlerin wurde über Nacht zum Weltstar und stellte die Charts auf den Kopf. Der Schritt Richtung Lady Gaga brachte ihr tatsächlich den erhofften Erfolg und um das Ganze noch einen Schritt weiter zu führen, versucht Dione auf dem neuen Album gar nicht mehr eigenständig zu klingen.

Bevor Gaga-Fans erbost aufspringen, sei dazu gesagt, dass die seit einer Woche erhältliche Single „Geronimo“ weit mehr nach einer Soft-Version von Shakira klingt, doch mitsamt der nahezu splitternackten „Bitte-Sieh-Das-Cover-An-Und-Kauf-Mich“-Darstellung erinnert das Gesamtpaket an die neue Pop-Queen. Warum sich Aura so frivol und aufreizend gibt, versteht allerdings niemand mehr, der das Material auf „Before The Dinosaurs“ hört. Abgesehen von der aufgedrehten Eröffnungssingle mit (gewolltem) Exotik-Flair, versinkt das Album ganz schnell in Freundschaftsliedern, die weder mit Ohrwurm-Melodien, noch mit tanzbaren Beats aufwarten. Und dass keine hohe Songwriterkunst zu erwarten war, ist wohl keine Neuigkeit.

„Reconnect“ ist im besten Fall ein Rausschmeißer in den Clubs mit seinen sachten Effekten und die braven „What It's Like“ oder „Friends“ sind weder niedlich noch einprägsam. Einfache Gitarrenakkorde oder romantisches Klavier ohne Abwechslung oder Details. Wer Coldplay schon den Tod wünschen wollte, der wird in „Mylo Xyloto“ ein Füllhorn an Kleinigkeiten entdecken, um welche sich Aura Dione nicht einmal kümmert. Es gibt Eingängigkeit und Eintönigkeit und Dione schlittert von der gescheiterten Vorab-Single an in letzteres Milieu. Allein „Into The Wild“ schafft es ansatzweise Interesse zu wecken mit dem Dynamikwechsel innerhalb des Chorus.

Ansonsten liefert Aura Dione ein Trauerspiel, das weder massenkompatibel, noch berührend ist. Die minimalistischen Stücke klingen aufgepumpt und steril, sodass kaum eine Emotion auf den Hörer überschwappt. Wer soll mit diesem Werk erreicht werden und warum ist eine Kollektion von romantischen, oberflächlichen Melodien durch eine nackte Aura Dione gekennzeichnet? Von vorne bis hinten, von den Liedern bis zum Konzept und Design dieses Albums geht alles unsagbar schief und ist ein Sinnbild für die gescheiterten Ansprüche auf einem Terrain, welches Aura mit „I Will Love You Monday (365)“ scheinbar eher unfreiwillig oder unvorbereitet betrat.

Anspieltipps:

  • Into The Wild
  • Where The Wild Roses Grow

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