Werner Kitzmüller - Evasion - Cover
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Werner Kitzmüller Evasion


  • Label: Valeot Records
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Man weiß wirklich nicht, wo man „Evasion“ nun einordnen soll. Werner Kitzmüllers Soloalbum ist Jazz, Avantgarde, Hörspiel, Manifest und vielleicht auch einfach nur ziemlich aufgeblasen. Musik für Menschen, die gerne mit einem Glas Rotwein aufrecht vorm Kamin sitzen und dabei „So, so“ oder „Schatz, da war eben eine ganz bemerkenswerte Zeile“ murmeln.

Werner Kitzmüller hat Kunst geschaffen, so viel ist klar. „Evasion“ ist ein absurder Brocken, der in seiner Kompromisslosigkeit schlicht Respekt erzwingt und dem in den besten Momenten dieser bedrängende Kammermusik-Effekt innewohnt. Alleine „Purple“ ist so zart und zerbrechlich, dass man schon anfängt, dem guten Mann seinen aufgesetzt künstlichen Gestus zu verzeihen. Gegen die Abneigung, die dessen fiebriges Gebrabbel im Eröffnungsstück „Motte“ spontan verursacht, gilt es also zunächst und mit Recht anzukämpfen.

Thematisch lässt sich „Evasion“ kaum eingrenzen. Die Stücke scheinen von allem und nichts zu handeln und kreieren, begünstigt durch die brüchige Produktion, eine irgendwie geisterhafte, unwirkliche Atmosphäre. Werner Kitzmüller wirkt dabei so, als sei er keiner Zeit verpflichtet, und von welchem Liedermacher kann man das heute noch behaupten?

Anspieltipps:

  • Stalker
  • Purple

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