Scorpions - Comeblack - Cover
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Scorpions Comeblack


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 54 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein paar der größten Scorpions-Hits in aufgefrischten Arrangements und in aktuellen Sound- und Produktionsgewändern.

Als die Scorpions im Zuge der Veröffentlichung ihres „Sting In The Tail“-Albums (03/2010) verkündeten, dass sie nach einer allerletzten Welttournee in die wohlverdiente Rock’n’Roll-Rente gehen wollen, war allen klar, dass dies ein langer Abschied werden würde. Denn zum einen setzte weltweit ein riesiger Run auf die Tickets ein und zum anderen lässt eine Plattenfirma einen dicken Fisch wie die Hannoveraner Hardrocker nicht einfach so von der Angel. Die Art und Weise ist – wie so oft in solchen Fällen – leider etwas merkwürdig.

So tauchte wie aus dem Nichts ein nicht beworbenes, aber offizielles Doppel-Live-Album in den Läden auf („Live 2011: Get Your Sting & Blackout“, 10/2011), gefolgt von einer weiteren Platte mit sechs Coverversionen und sieben neu eingespielten Bandklassikern, genannt „Comeblack“. Das klingt natürlich ein wenig nach schneller Kasse, denn eigene Songs neu einspielen und ein paar Klassiker covern ist nicht gerade die Krönung der Kreativität. Aber es weihnachtet ja bald und die Kassen wollen gefüllt werden. Gerade deshalb hätte man sich eine Spur mehr Liebe zum Detail gewünscht.

Wo sind beispielsweise die Infos im Booklet zu finden, warum ausgerechnet Songs wie „Rhythm of love“, „Rock you like a hurricane“ oder – um Himmels Willen! – „Wind of change“ (abgesehen davon, sie der heutigen Aufnahmetechnik anzupassen) einer Neueinspielung bedurften? Und weshalb suchten sich die Scorpions Titel wie „Across the universe“ (The Beatles), „Tainted love“ (Marc Almond) oder „Ruby tuesday“ (The Rolling Stones) als Objekte ihrer Coverbegierde aus? Gerne würde der Fan diese Entscheidungen nachvollziehen wollen, um „Comeblack“ den Anstrich der grenzenlosen Beliebigkeit zu nehmen. Aber nichts da!

Die Scorpions üben sich in Allgemeinschauplätzen und befinden lediglich: „Die Idee zurück ins Studio zu gehen wurde aus reiner Begeisterung geboren! Dieses unglaubliche Feedback von unseren Fans, eine Welle aus Power und Hingabe, die uns jeden Abend auf der Bühne überrollte. Es war großartig zusammen mit Mikael (Nord Andersson) und Martin (Hansen) wieder Ideen für ein neues Projekt auszubrüten.“

So bekommt der geneigte Käufer ein paar der größten Scorpions-Hits in aufgefrischten Arrangements und in aktuellen Sound- und Produktionsgewändern sowie eine Handvoll Coverversionen, die im Scorpions-Mantel durchaus Potenzial besitzen („Tainted love“, „Across the universe“) mit auf den Weg, ohne ein Gefühl dafür entwickeln zu können, was diese Veröffentlichung außer des kommerziellen Aspekts für eine Daseinsberechtigung haben soll.

Fazit: Die Scorpions haben in ihren Laufbahn viele grandiose Titel geschrieben. Keine Frage! Aber das wussten wir auch ohne „Comeblack“

Anspieltipps:

  • The zoo
  • Still loving you
  • Across the universe
  • Children of the revolution

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