Uneven Structure - Februus - Cover
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Uneven Structure Februus


  • Label: Rykodisc/WEA
  • Laufzeit: 89 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Uneven Structure. Hier passt der Name wie die Faust aufs Auge, weil die Franzosen einen sehr technischen, mathematischen Metal spielen, dessen Ursprung klar in der Faszination von Meshuggah begründet liegt (djent sound). Wenn das nicht schon genug Ungleichheiten für Rhythmus und Notenfolge bedeuten würde, wird diese Metalmusik mit sphärischen Ambientklängen im Hintergrund kombiniert. Das Endergebnis gestaltet sich aber alles andere als eine Dissonanz zwischen diesen beiden Polen, was zunächst vermutet werden könnte. Die Band verzichtet im Gegensatz zu Meshuggah nicht auf melodischere Elemente wie Refrainansätze, Variation des Gesangs zwischen Geschrei und wirklichem Gesang sowie Härtedosierung durch Lautstärke und Tempo.

Hinter „Februus“ steht ein Konzept über die Reise eines Wesens, das aus dem Nichts erwacht („Awaken“) und sich zur Fülle („Plenitude“) entwickelt. Die jeweils lediglich aus einem Wort bestehenden Titel der Stücke geben dabei Aufschluss über den Status dieser Entwicklung. Als Versinnbildlichung dieses Prozesses fließt die Musik als eine Einheit und verschmelzt die einzelnen Etappen miteinander zu einem einzigen 56-minütigen Musiktrip. Ein Trip, der durch die Betrachtung des Coverbildes zusammen mit dem Fokus auf der immer präsenten Atmosphäre den Hörer in eine entfernte Galaxie versetzen möchte, in der diese Reise irgendwo zwischen den Sternen ihren Gang nimmt. Das Album funktioniert trotz (oder gerade wegen) seiner atmosphärischen Dichte und vertrakter Rhythmen sofort, benötigt kein Schönhören, keine Einarbeitungszeit, denn diese zunächst scheinbare Monotonie in der Komplexität wird immer wieder von interessanten Riffs oder Breaks durchbrochen.

In „Awaken“ erlebt der Hörer die plötzliche Geburt des undefinierten Wesens aus dem Nichts, wie die Explosion einer immensen Energiequelle, die nach und nach in verschiedene Bahnen gelenkt wird. Zwei kürzere Stücke („Exmersion“, „Limbo“) konzentrieren sich dabei vollständig auf den Aufbau von Spannung in einer ruhigen Umgebung, zwei Übergangsphasen, die durchatmen lassen. Der Endzustand des Wesens wird in „Plenitude“ musikalisch durch eine sehr gelungene Steigerung der Intensität erreicht, die dann im „Finale“ von der Atmosphäre im Hintergrund, wie vom Nebel der über das Land kriecht, verschluckt wird, um dann sehr langsam wieder ins Nichts abzuklingen.

Leider hat das Label darauf verzichtet die zweite CD mit zu bemustern, was daran liegen könnte, dass das eigentliche Konzeptalbum nur auf der ersten Silberscheibe Platz gefunden hat. Außerdem ist die Promo von einer ziemlich schlechten Qualität mit abgehakten Übergängen und flachem Klang. So sollte man keine frische Band promoten! Es fehlt somit ein wichtiger Teil für den Gesamteindruck von „Februus“, welches sich ansonsten als ein sehr gelungenes, kopflastiges Debütwerk unserer westlicher Nachbarn präsentiert, das sicherlich in der ein oder anderen Liste der interessantesten Metalalben des Jahres 2011 auftauchen sollte. Wer erst einmal Uneven Structure kennen lernen möchte, der kann sich die EP „8“ kostenlos von der Homepage der Band runterladen.

Anspieltipps:

  • Awaken
  • Plenitude
  • Quittance

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