Steel Panther - Balls Out - Cover
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Steel Panther Balls Out


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Kult, Kommerz oder einfach nur Kacke? Steel Panther machen es einen nicht leicht.

Es heißt ja immer, Heavy-Metal-Fans seien ein humorloses Völkchen, das außer ihrer geliebten Hardwurstmucke keine andere musikalische Stilart gelten lässt. Wie schlimm muss es die Die-Hard-Gemeinde da treffen, wenn eine Band als offensichtliche Parodie auf die einzig wahre Musikrichtung durch die Landschaft eiert und auch noch Erfolg damit hat?!

Doch selbst Nicht-Hardcore-Verfechter des Heavy Metal wissen: Die amerikanische Band Steel Panther ist nur mit Humor zu ertragen. Denn mit diesem Namen, den grenzwertigen Album- und Songtiteln sowie Outfits, für die man als Träger sehr viel Selbstbewusstsein mitbringen muss, stehen Steel Panther mindestens mit einem Bein im Gefängnis der Geschmackspolizei.

Vor zwei Jahren brachten Steel Panther mit „Feel The Steel“ ihr beachtetes Debüt über den Major Universal auf den Markt und ernteten damit von Lob bis Spott die ganze Angebotspalette der Aufmerksamkeit. Mit „Balls Out“ wird dies wohl nicht anders sein. Mit ihrer vollkommen überdrehten Hair-Metal-Optik und einem Bündel Songs, die stilistisch allesamt aus den 80er Jahren stammen und nur anhand ihrer dämlichen Titel den Schalk im Nacken der Musiker verraten („Supersonic sex machine“, „Weenie ride“, „It won’t suck itself“, „Gold digging whore“, „Let me cum in“). Ja, dies ist Musik, die elterliche Ratschläge in Hinblick auf die Texte erforderlich macht. Denn nicht nur die Titel sind bescheuert – die Texte sind es auch. Und versaut natürlich, was eigentlich keine Rolle spielt, da sie nur das Beiwerk für Grinsebäckchen erzeugenden Hardrock und Heavy Metal im Klangkleid der 80er Jahre darstellen.

Dass Steel Panther all die Großen dieser Zeit – Aerosmith, Mötley Crüe, Cinderella, Poison, Skid Row, Van Halen – zutiefst verehren, hört man sämtlichen Noten ihrer Songs an. Bei dieser großen Sause wollte verständlicherweise auch der eine oder andere berühmte Kollege mitmachen. Und so spaßen neben Comedian Dane Cook, Brett Anderson und Matt Nelson auch die Herren Chad Kreoger (Nickelback) und Nuno Bettencourt (Extreme) im Stück „It won’t suck itself“ um die Wette und sind damit Teil eines Albums, das wie schon sein Vorgänger die Meinungen spalten wird.

Kult, Kommerz oder einfach nur Kacke? Steel Panther machen es einen nicht leicht. Dabei ist ihre Musik einfach nur durchschnittlich, wenn man die Faktor Parodie abzieht und das Songwriting nüchtern betrachtet. Um das festzustellen, benötigt man(n) keine, ähem, besonders dicken Eier in der Hose!

Anspieltipps:

  • Critter
  • It won’t suck itself
  • Just like Tiger Woods
  • Why can’t you trust me
  • That’s what girls are for

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