Make The Girl Dance - Everything Is Gonna Be Ok In The End - Cover
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Make The Girl Dance Everything Is Gonna Be Ok In The End


  • Label: Ministry Of Sound/WEA
  • Laufzeit: 52 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Name ist Programm und das Programm ein Konzept. Make The Girl Dance, bekannt seit dem Musikvideo zu ihrer Single „Baby Baby Baby“, liefern mit ihrem Debüt gleich eine Art Konzeptalbum. Und das im Dance-Sektor. Das ist entweder Wagemut, ein neuer Trend, den niemand mitbekommen hat oder schlichter Wahnsinn. Dieser Frage geht das Album „Everything Is Gonna Be Okay In The End” nach, indem es sich in die drei Segmente „Make The Girl Dance Soft“, „Make The Girl Dance Pop“ und „Make The Girl Dance Hard“ aufteilt.

Die Erfolgschancen will man nicht zu hoch einschätzen, wenn „Hair Addiction“ selbst für softes Tanzen zu wenig rhythmische Vorlagen bietet. Danach bessert sich zwar nicht die Musik, aber zumindest der Ansatz. Die Liaison in den Sprechteilen von „Breezy“ lenken ab, sind mehr ein störendes Element, als ein Anheizer. Zum Glück für die tanzenden Mädchen nimmt der simple Beat aber Überhand. Überhaupt tun sich Make The Girl Dance sehr schwer im ersten Teil zu gefallen. Der durchgehend weibliche Gesang klingt gewollt Indie, geht aber besonders in „The Sand/The Shivers“ mit seiner verschwommenen Art auf die Hörnerven. Im Promo-Text verspricht man gar süße Schlaflieder, doch das ist eher der Fall, weil es sich um einschläfernde Lieder handelt, die hibbelige Lounge-Musik sein könnten.

Das ist nun wirklich nicht das, was man unter softem Tanzen versteht. Während der ersten Interlude möchte man das Album schon abschalten, doch dann würde des Pudels Kern, das eigentliche Zentrum des Albums verwehrt bleiben. Während der Auftakt restlos versagt Frauen in Bewegung zu versetzen, schafft es „Broken Toy Boy“ von der ersten Sekunde an zu fesseln. Natürlich bleiben die Arrangements eintönig, aber werden jetzt auch endlich eingängig. Das ist Pop-Dance, den man sich auch in den Clubs und nicht am Bett antun möchte. „Baby Baby Baby“ hat zwar längst seinen Kultstatus erreicht, doch im Vergleich zu „Kill Me“ und „Better Under Water“ wirkt die Top-Single schon unglaublich einfallslos. Der Zwischenteil wird so zur gelungenen Party für Jedermann, die vor Spaßbeats à la The Ting Tings nur so strotzt.

Um die Choreographie eines Abends darzustellen, konzentriert sich der Abschluss des Albums auf harte Nummern, die allerdings den aktuellen Trend verfehlen und fehlenden Bass mit erneut einschläfernder Eintönigkeit aufbessern zu versuchen. „Glocken“ und „Rocker 33“ unterscheiden sich genau in dem einen Punkt, dass im ersten Song sporadisch Glocken zu hören sind. Die letzte Viertelstunde des fragwürdigen Dance-Ausflugs plagt man sich mit wahrlich stumpfer Elektro-Musik ab, die schon in den 90ern überholt war. Effektiv sind die Melodien natürlich trotzdem, da man zu später Stunde, wie es auf dem Album symbolisiert wird, sowieso zu jeder Art von schneller Musik tanzt. Ist das ein Grund, um solch einfallslose Musik auch zu spielen? Ja, natürlich. Die Frage ist nur, ob es sich um einen guten handelt.

Anspieltipps:

  • Better Under Water
  • Kill Me
  • Baby Baby

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