Turbowolf - Turbowolf - Cover
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Turbowolf Turbowolf


  • Label: Hassle Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Warum sollte man heute noch Musik spielen, die schon in den 70ern mit Alterserscheinungen zu kämpfen hatte? Das mögen sich viele fragen, wenn Stoner- und Hardrock-Gruppen erst jetzt ihre Debüts feiern. Junge Menschen in ihren Zwanzigern pfeifen geradezu regelmäßig auf die Entwicklung der Musikindustrie und klatschen einem die Riffs nur so vors Gesichtsfeld, dass man sich erst mal akut auf Nasenbluten untersucht.

Turbowolf reihen sich mit ihrem gleichnamigen Debüt in eine unüberschaubare Schlange, die spätestens seit dem Erfolg von Wolfmother immer größer wird und heizen ein, wie es das Genre auch sonst verspricht. Nach den ersten ruhigen Momenten der „Introduction“ entsteht noch innerhalb des Openers zusammen mit den anschließenden „Ancient Snake“ und „Seven Severed Heads“ ein wahres Schlachtfeld an Riffs und treibendem Schlagzeug. Die melodie ändert sich erst in „Seven Severed Heads“ merklich, aber der Geist der Lieder ist gleich: geradlinig, kompromisslos und voller Energie. Hier findet der gleiche Effekt wie bei Wolfmothers Debüt statt, als der Hals von den staubigen Riffs trocknete.

Als wäre es wirklich als Konzept gedacht, wird der fünfte Track „TW1“ als wabernde psychedelische Interlude verschenkt. Allerdings bereitet dieses Stück auch auf den ersten Stilbruch hin, da wir weg vom Stoner hin zum Hardrock kommen und mit „Read & Write“ die Melodie selbst und nicht der Drive das Steuer übernimmt. Laut und gebrüllt ist das Gesamtbild natürlich immer noch. „The Big Cut“ reiht sich hier ein und klingt nach modernem Metallica, ohne dass das Lied unter dem Druck von Generationen von Fans zerbersten muss.

Die Schwächen des Albums kommen mit experimentellen und unpassenden Einschüben, wie der Red Hot Chili Peppers-Huldigung „Son (Sun)“ und der Elektro-Verirrung „All The Trees“. Hier verliert die Band den Kurs, den sie mit den jeweiligen Anschlussliedern zwar immer wieder ausbügelt, aber sich damit trotzdem keinen Gefallen tut. „All The Trees“ überzeugt wenigstens noch mit der zweiten Hälfte und auch für das Album lässt sich feststellen, dass die Hälfte der Platte mehr als gelungen ist und so manches Wohnzimmer zum Beben bringen dürfte. Kratzer, Schürfwunden und Fehler sind erlaubt und so präsentiert sich Turbowolf als neue Alternative, bis Wolfmother sich auf ihrem Thron wieder ein weiteres Stück absetzen.

Anspieltipps:

  • Now's The Time!
  • Longing For You Baby
  • Workin' Overtime

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