Lindi Ortega - Little Red Boots - Cover
Große Ansicht

Lindi Ortega Little Red Boots


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Besonders für eine Country-Platte ist das Namedropping im Presseinfo zum Albumdebüt der Kanadierin Lindi Ortega in Form von „Little Red Boots“ schon Aufsehen erregend, ist sie doch Backgroundsängerin beim Soloprojekt des The Killers-Sängers Brandon Flowers, supportete Keane bei einer Tour in den USA und eröffnete darüber hinaus noch für den hauptberuflich vor der Kinoleinwand mit dem Wolf tanzenden Kevin Costner & Modern West. Wer da noch nicht hellhörig wird, bekommt einige, jedoch genre-mäßig arg weit entfernte, Namen von Plattenfirmenkollegen in den wässrigen Mund geworfen.

Soweit zur Theorie eines Debüts, welches in der Praxis tatsächlich eine spannende Melange aus klassischem Country, Pop und verspielter Dramatik darstellt, die Lindi Ortega scheinbar lockerleicht in die Songs von „Little Lie“ bis zu „So Sad“ legt. Melancholisch ruht „Dying Of Another Broken Heart“, während „All My Friends“ durch Twang-Gitarren und Mundharmonika die Stimmung aufheitert und sicher auch für einen Radio-Hit gut ist. Im Fahrwasser des country-affinen Folk-Pop ist überhaupt der Ohrwurm ein guter Nachbar, wenn nicht sogar bester Freund, derart flüssig perlen die teilweise zögerlichen wie größtenteils sprudelnden Melodien. Lindi Ortegas Stärke, wirklich beherzt und antreibend zu Werke zu gehen, die Steel-Gitarre von der Leine zu lassen und dazu stimmlich zu brillieren, ist der bestimmende Pluspunkt auf „Little Red Boots“, während zuckersüß schmachtende Herzschmerz-Balladen zum Geschäft gehören, aber doch zu oft spannungsarm untergehen.

Wie so oft in diesem Genre, versucht auch die Kanadierin es allen recht zu machen, vom Jahrzehnte-langen Country-Hörer bis zu den modernen Folkpop-Liebhabern und alles umfassend familientauglich zu sein, ohne nachhallende Akzente zu setzen oder Kontraste herauszustellen. Obwohl genau dieser Umstand „Little Red Boots“ nach einigen Hördurchgängen zum Verhängnis wird, sind nicht nur das stürmische „I'm No Elvis Presley“ oder das durch Blues-Elemente magisch anziehende Titelstück viel zu stark, um unbeachtet zu bleiben.

Anspieltipps:

  • I'm No Elvis Presley
  • Little Red Boots
  • All My Friends
  • Jimmy Dean

Neue Kritiken im Genre „Country-Pop“
7/10

Schmilco
  • 2016    
8/10

Star Wars
  • 2015    
Diskutiere über „Lindi Ortega“
comments powered by Disqus