R.E.M. - Part Lies, Part Heart, Part Truth, Part Garbage: 1982-2011 - Cover
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R.E.M. Part Lies, Part Heart, Part Truth, Part Garbage: 1982-2011


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 152 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine wichtige Band, die dem alternativen Rocksound den Weg mitgeebnet hat und gute 30 Jahre aktiv war.

Musikalische Trends kommen häufig, bleiben manchmal und gehen oft auch wieder. Ein Trend der letzten Jahre sind die Reunions diverser größerer und kleinerer Rockbands, die ihre großen Erfolge in den Neunzigern gefeiert haben. Zu nennen wären unter anderem Soundgarden, Alice In Chains, Primus, Bush und mit punktuellen Liveauftritten bspw. auch Pavement, Rage Against The Machine oder Faith No More, um nur einige zu nennen.

Eine wichtige Band, die dem alternativen Rocksound den Weg mitgeebnet hat und gute 30 Jahre aktiv war, geht diesem Trend nun diametral entgegen und verkündete Ende September 2011 das Aus. R.E.M. sind nicht mehr. Der Zeitpunkt kommt nach dem gar nicht mal schlechten und 2010 veröffentlichten Album „Collapse Into Now“ ein wenig überraschend und ist doch durchaus weise gewählt, verlassen sie doch die Bühne erhobenen Hauptes und ohne interne Streitigkeiten.

Als Abschiedsgruß gibt es dann mit „Part Lies, Part Heart, Part Truth, Part Garbage 1982-2011“ noch einen umfassenden Rückblick auf das umfangreiche Schaffen der Band. Zwar gab es in der Vergangenheit bereits diverse Best-Of-Sammlungen der Band, doch mit der 40 Stücke umfassenden Doppel-CD gibt es nun den definitiven Überblick über das Schaffen der Band für alle Musikfreunde, deren R.E.M.-Sammlung ernste Lücken aufweist. Wer das nicht von sich behaupten kann, der wird sich vor allem über die drei bisher nicht veröffentlichten Stücke „A Month Of Saturdays“, „We All Go Back To Where We Belong“ und „Hallelujah“ freuen, die noch aus den Sessions zu „Collpase Into Now“ stammen.

Viel gibt es im Prinzip nicht zu sagen. R.E.M. waren und bleiben eine Institution und hier werden alle wichtigsten Hits versammelt. Interessant ist es allemal die Entwicklung von 30 Jahren hier noch einmal im Zeitraffer zu durchlaufen. Bei „Gardening At Night“ von 1982 ist kaum zu glauben, dass es sich hier um die Band handelt, die nur kurze Zeit später ihren eigenen Sound mit extrem hohem Wiedererkennungswert finden sollte, „Radio Free Europe“ fällt durch eine gruselige 80er-Snare-Drum auf, die noch im Nachhinein verboten gehört. Doch dann gibt es alle wichtigen Hits am Laufenden Band. Auch wenn einige Stücke auf Grund anhaltenden Airplays inzwischen ziemlich abgegriffen sind, so sind es trotz allem vielfach Meilensteine. So ist bspw. die Qualität von „Everybody Hurts“, „Man On The Moon“, „What’s The Frequency Kenneth“, „Imitation Of Life“ etc. weitgehend unbestritten. Schade jedoch, dass starke Momente wie „Drive“, „Leave“ oder auch das tieftraurige „Let Me In“ fehlen. Andererseits spricht es eher für den Katalog der Band, dass es nicht bei den hier versammelten 40 Highlights bleibt.

Nett sind übrigens auch die umfangreichen Linernotes, die eine und andere Anekdote bereithalten. So erfahren wir bspw. dass Michael Stipe „Shiny Happy People“ nicht zu seinen Lieblingsstücken zählt und Peter Buck „It’s The End Of The World As We Know It“ anfangs gar hasste. Das dürften heute wie früher nicht wenige Fans anders sehen.

Anspieltipps:

  • The One I Love
  • The Sidewinder Sleeps Tonite
  • Man On The Moon
  • What’s The Frequency Kenneth
  • Electrolite
  • Leaving New York
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