Seal - Soul 2 - Cover
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Seal Soul 2


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Seal eiert seit Jahren als prädestinierter Weichspüler durch die Musiklandschaft, ohne die Traute zu haben, sich weiterzuentwickeln.

Vor drei Jahren sprang Sänger Seal auf den Rod-Stewart-Zug auf und lieferte mit „Soul“ (11/2008) ein Album randvoll mit Soul-Coverversionen ab. Das Werk lief kommerziell scheinbar so prächtig, dass im Folgejahr mit „Soul Live“ (06/2009) gleich noch eine Live-Variante nachgeschoben wurde, die kein halbes Jahr später von einer Greatest-Hits-Kopplung („Hits“, 11/2009) abgelöst wurde.

So eiert Seal seit Jahren als prädestinierter Weichspüler durch die Musiklandschaft, ohne die Traute zu haben, sich weiterzuentwickeln. Denn was dabei herauskommt, wenn der 48-Jährige eigene Songs schreibt, zeigte das Album „Seal 6: Commitment“ (09/2010) im vergangenen Jahr: Ein noch laueres, von David Foster (Josh Groban, Michael Bublé, Renee Olstead) produziertes Lüftchen. Aber Seal scheint das nicht zu stören. An seinem teflonbeschichteten Anzug perlt Kritik einfach ab und so kommt, was kommen musste: Mit „Soul 2“ wird der seichte Crooner-Spaß ein weiteres Mal aufgewärmt, was mindestens so spannend ist, wie ein Album mit Weihnachtsliedern einzuspielen. Aber das kommt von Seal bestimmt auch noch. Jede Wette!

Vorher gibt es elf absolute Klassiker auf die Mütze des unerschütterlichen Hörers, die in ihren Arrangements für den Laien kaum wahrnehmbar überarbeitet wurden, vermutlich um beim Hörer keine Verwirrung auszulösen. Auf der anderen Seite gibt es an unkaputtbaren Liedern von (u.a.) Marvin Gaye, Bill Withers, Al Green, Teddy Pendergrass, The Chi-Lites oder auch Rose Royce absolut nichts zu verbessern. Also ist es durchaus in Ordnung, das Seal zusammen mit Trevor Horn und David Foster mit zeitlosen Stücken wie „What’s going on“, „Love don’t live here anymore“ oder auch „Lean on me“ keine Mätzchen gemacht hat, sondern alles so beließ, wie es der Anspruch an gediegene Soulmusik in einem zeitgenössischem Produktionsgewand erwartet.

Anspieltipps:

  • Oh girl
  • Lean on me
  • I’ll be around
  • What’s going on
  • Love won’t let me wait

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