Nina Hagen - Volksbeat - Cover
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Nina Hagen Volksbeat


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ihr erneuertes Bekenntnis zu Jesus Christus und dem christlichen Glauben vertonte Deutschlands Rockröhre Nummer eins, Nina Hagen (56), im vergangenen Jahr auf dem Album „Personal Jesus“ (07/2010). In Ansätzen gelang der 56-Jährigen die Umsetzung dieser Idee ganz passabel, doch gerade zum Ende hin verließ die Ost-Berlinerin die Genialität und sie verzettelte sich u.a. mit überdrehter Country- und Westernmusik.

Jetzt hat Nina Hagen ihr Konzept einer kleinen Feinjustage unterzogen, indem sie das textliche Spektrum etwas aufgelockert (z.B. durch Texte von Wolf Biermann und Bertolt Brecht) und neben eigenen Songs einen veränderten musikalischen Unterbau mit Coverversionen von Curtis Mayfield, Bob Dylan, Woody Guthrie und Solomon Burke geschaffen hat. Die ausgewählten Cover erhielten allesamt deutsche Texte und wurden zusammen mit Kollegen wie Justin Balk, Christian Neander (Selig) und Niels Frevert in Hamburg und Berlin eingespielt.

Der Auftakt „Bitten der Kinder & an meine Landsleute“ fällt ungewohnt hart aus und dringt bis in Punkrockregionen vor, während Nina Hagen mit dem Larry-Norman-Stück „Ick lass mir doch vom Teufel nich...“ („Why should the devil have all the good music“) reinrassigen Rock’n’Roll inszeniert. Der Seal-Track „Killer” wird zu einem groovenden Stück Beatmusik und die Eigenkomposition „Ich bin“ holt erneut die Punkrockkeule raus.

Mit „Das 5. Gebot“, „Menschen sind kompatibel“ und „Wir sind das Volk“ erlebt der Hörer obligatorisch abgedrehte Hagen-Nummern und „Jesus ist ein Freund von mir“ geht als trompetende Ska-Blaupause durch. Spätestens jetzt muss der Hörer merken, dass auch „Volksbeat“ einen mitunter ziemlich gewagten Stil- und Genremix darstellt, der allerdings besser funktioniert als auf „Pesonal Jesus“.

Nina Hagens wunderbar spinnerte Texte und Parolen wie „Jesus lebt!“ in Verbindung mit etwas rauerer Musik zwischen Rock, Punk, Ska und Soul (sehr schön: „Keiner von uns ist frei“ und „Nicht vergessen“) sowie ihrer Berliner Kodderschnauze, ergeben auf „Volksbeat“ eine runde Sache, die sich durchaus lohnt.

Anspieltipps:

  • Ich bin
  • Nicht vergessen
  • Keiner von uns ist frei
  • Süsses, süsses Lieder der Errettung
  • Bitten der Kinder & an meine Landsleute

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