The Man-Eating Tree - Harvest - Cover
Große Ansicht

The Man-Eating Tree Harvest


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 54 Minuten
Artikel teilen:
4/10 Unsere Wertung Legende
3.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Der Erstling von The Man-Eating Tree ist ein guter Vorgeschmack auf kommende Großtaten.“ hieß es in unserer Kritik zu „Vine“ (09/2010). Etwas mehr als ein Jahr später muss man revidieren: „Der Erstling von The Man-Eating Tree hätte ein guter Vorgeschmack auf kommende Großtaten sein können.“, denn mit „Harvest“ übertreibt es die Sentenced/Poisonblack-Kollaboration, bestehend aus Tuomas Tuominen (Gesang), Janne Markus (Gitarre), Antti Karhu (Gitarre), Mikko Uusimaa (Bass), Heidi Määttä (Keyboard) und Vesa Ranta (Schlagzeug), und legt trotz angezogenem Tempo und Härtegrad eine bittere Schlaftablette vor.

„Wir Finnen sind eine relativ melancholische Nation. Das liegt uns im Blut und dieser Wesenszug spiegelt sich auch in unserem Album.“ Hätte Gitarrist Janne diese Aussage nur ernst genug genommen und auf „Harvest“ Melancholie nicht mit Langeweile verwechselt. Dabei sind The Man-Eating Tree anfänglich noch guter Dinge. „At the green country chapel“ verbindet gekonnt die Schwere des Erstlings mit einer gitarrenbetonteren Herangehensweise, während „Code of surrender“ sehr metallisch ans Werk geht und in aller Vehemenz dem bisherigen Gothic-Schmusekurs den Kampf ansagt, doch schon „Armed“ und „Like mute companions“ plätschern erneut lautstark, aber höchst gleichgültig am Hörer vorbei.

Das 8 Minuten lange „Exhaled“ geht sogar so weit, dass es sich vom schleppenden Beginn zu einem dahin siechenden Mittelteil schleppt, nur um dann zu einer ganz netten, aufbegehrenden Solopassage im hinteren Drittel zu kriechen. Knisternde Spannung oder eine herbstliche Atmosphäre kommt da jedenfalls keine auf, auch weil die zwiespältige Performance des Herrn Tuominen im Vergleich zum Vorgänger besser, aber nicht unbedingt mitreißender geworden ist und die verwendete Laut/Leise-Dynamik sich dieses Mal viel zu schnell abnutzt.

„Ich habe über Unterdrückung, Krieg und große, böse Maschinen geschrieben - so als befände man sich in einem Alptraum. Ein zentrales Thema ist die Zeit und warum sie die ultimative Waffe darstellt. Auch, wenn man nur sehr schlecht damit zielen kann bringt sie am Ende jeden um. Es gibt keine Möglichkeit sie zu entschärfen oder zu entwaffnen.“ meint Sänger Tuomas. Nun, während „Harvest“ kann man zumindest wunderbar schlafen und auf diese Art und Weise etwas Zeit tot schlagen. Stellt sich nur die Frage, ob The Man-Eating Tree das mit ihrer zweiten Platte erreichen wollten.

Anspieltipps:

  • Code Of Surrender
  • At The Green Country Chapel

Neue Kritiken im Genre „Heavy Metal“
8/10

The Rise Of Chaos
  • 2017    
8/10

Monuments
  • 2017    
7/10

Emperor Of Sand
  • 2017    
Diskutiere über „The Man-Eating Tree“
comments powered by Disqus